26 04 29 Fabian Kunze

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:01: Sie hören die Tübinger-Telefonandacht.

00:00:03: Herzlich willkommen, schön dass sie da sind!

00:00:07: Die Losung von heute steht im Buch der Sprüche im einundreißigsten Kapitel.

00:00:12: Tut deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen

00:00:17: sind.".

00:00:19: Ich habe in den letzten Tagen und Wochen gleich mehrere Zeitungsartikel gelesen, die sich mit dieser seltsamen Ungleichheit beschäftigen.

00:00:28: Da ist maßlose Empörung über einzelne politische Themen und Entscheidungen, während andere nur Schulterzucken hervorrufen.

00:00:37: Zum Beispiel wurde da das Mitleid mit einem Wahl kommentiert, während Tausende anderer Tiertode oder gar ertrinkender Menschen im Mittelmeer kaum mehr eine Reaktion wert

00:00:49: sind.".

00:00:50: Ich persönlich finde ja dass es uns Menschen gut stünde wenn uns jeder Tod und jedes Leid trifft!

00:00:57: und nicht gleichgültig dastehen lässt.

00:01:01: Aber die Losung lässt mich das schon fragen, für wen mache ich denn den Mund auf?

00:01:07: Im Kleinen vertrete ich meine eigene Sache wenn ich einen Urlaubstag brauche oder eine Gehaltserhöhung verdiene Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle.

00:01:18: Wenn jemand in der Supermarktschlange drängelt dann lasse ich es nicht so einfach zu.

00:01:24: Ich soll aber dass ist hier der Auftrag auch die Sache anderer vertreten zum Anwalt oder zur Anwältin werden, von denen die sich eben nicht selbst verteidigen können.

00:01:35: Für die deren Mund geschlossen bleibt – ob aus Angst, aus Überforderung oder aus Resignation!

00:01:43: Denn manche werden da ja stumm wenn sie angegriffen werden oder ausgebotet oder gar körperlich angegangen werden dann sind Sie überfordert ohne es sich da selbst richtig verteidigt zu

00:01:55: können.".

00:01:56: Denken Sie vielleicht manchmal noch an eine Begebenheit zurück, die Ihnen bis heute nachgeht?

00:02:03: Bei der Sie jemandem Unrecht getan haben oder andere haben sich über eine Freundin von Ihnen lustig gemacht und sie haben nichts gesagt.

00:02:13: Aus Furcht davor vielleicht es dann selbst abzubekommen aus dem Wunsch heraus auch dazu zu gehören statt ausgegrenzt zu werden.

00:02:22: Ich persönlich halte viel zu oft meinen Mund Wenn ich andere Menschen höhnisch oder respektlos reden höre und dann denke, ach das hat doch eh keinen Zweck.

00:02:33: Auf mich hören die doch sowieso nicht!

00:02:35: Oder weil ich zu viel Angst habe und Konflikten aus dem Weg gehen möchte?

00:02:40: Ich muss nicht alles Unrecht der Welt wieder gut machen aber ich muss – ich will – einen Anfang machen bei dem was mir direkt vor Augen steht.

00:02:51: Und da gibt es genügend Stumme die den Schreiern wehrlos gegenüberstehen.

00:02:57: Und sie brauchen mich!

00:02:59: Wer reden kann, der hat Verantwortung dafür für die zu reden, die das nicht können.

00:03:05: Und je mehr da mitmachen, desto weniger muss der Einzelne einer schweigenden Masse allein gegenübertreten.

00:03:12: Zusammen sind wir laut – auch wenn jeder Einzelni eine leise Stimme hat.

00:03:18: Tu deinen Mund auf!

00:03:21: Ein ganz besonderer Redner hat das an einem entscheidenden Punkt nicht gemacht.

00:03:27: Da wurde er zu einem der Stummen, Jesus, der seinen Mund eben nicht auftat um gerade dadurch den Lauten dieser Welt etwas entgegenzusetzen.

00:03:38: Sein Schrei am Kreuz – Mein Gott!

00:03:40: Warum hast du mich verlassen?

00:03:42: Klingt bis heute nach und eröffnet uns einen Weg aus der Gottverlassenheit.

00:03:47: Ihm möchte ich nacheifern.

00:03:50: Schweigen wo ein Zuhörer gebraucht wird und reden, wo es eine Stimme braucht die nicht in den Empörungsgesang unserer Zeit einstimmt sondern die Freundlichkeit redet und Gerechtigkeit fordert.

00:04:05: Und das wissen alle Chorsängerinnen und Sänger unter uns.

00:04:09: Die Stimme kann man trainieren sich einsingen und dabei auch mal seltsame Geräusche von sich geben und nach und nach voll tönender werden lauter höher.

00:04:21: Dazu braucht es nur eines den Mund aufmachen und loslegen.

00:04:26: Leichter ist es mit anderen gemeinsam, sodass unsere Stimmen am Ende zu einem Chor werden der das Lied der Freiheit sinkt – für die deren Rufe nicht gehört

00:04:36: werden.".

00:04:38: Eine gut geölte und trainierte Stimme dann wenn es Not tut, das wünscht ihnen Fabian Kunze, ihr Pfarrer aus ofterdingen!

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