26 05 06 Mirja Künzlen

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:01: Telefonandacht für Mittwoch, den sechsten Mai.

00:00:05: Zu Jeremia, einunddreißig Vers neun.

00:00:10: Gnade sei mit uns von Gott unserem himmlischen Vater und Mutter – und Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn!

00:00:17: Das heutige Losungswort steht beim Propheten Jeremias im einund dreißigsten Kapitel Vers Neun.

00:00:24: Sie werden weinend kommen Aber ich will sie trösten und leiten.

00:00:29: Ich will sie zu Wasserbechen führen auf ebenem Wege auf dem sie nicht straucheln, denn ich bin Israels Vater.

00:00:38: Liebe Hörerinnen und liebe Hörern!

00:00:41: Es gibt diese Momente in denen man nicht stark ist, nicht gefasst und nicht sortiert – Momente, in denen einfach alles zu viel wird und die Tränen kommen.

00:00:53: Vielleicht kennen Sie das?

00:00:55: Man wacht morgens auf und spürt schon heute ist kein leichter Tag.

00:01:00: ein Gedanke drückt eine Sorge sitzt fest oder Etwas ist zerbrochen, leise oder laut.

00:01:10: Und dann geht man los trotzdem mit roten Augen vielleicht und einem Kluß im Hals Mit diesem inneren Zittern das niemand sieht.

00:01:21: Sie werden weinend kommen.

00:01:24: Das ist kein Vorwurf, das ist eine Feststellung fast zärtlich gesagt Als würde jemand nicken und sagen Ja ich sehe dich Weinendkommen.

00:01:36: Das heißt ja Man bleibt nicht stehen und bleibt nicht allein in der Dunkelheit sitzen.

00:01:42: Man macht sich auf den Weg vielleicht langsam, vielleicht tastend aber man geht.

00:01:50: Und dann folgt dieser zweite Satz Ich aber will sie trösten und leiten Trösten.

00:01:59: Das heißt für mich viel mehr als ein gutes Wort.

00:02:02: Es ist wie ein warmer Mantel um die Schultern Wie eine Hand, die nicht drängt sondern einfach da ist.

00:02:08: Trüsten heißt nicht, alles wird sofort gut.

00:02:12: Aber ich sehe dich und deinen Kummer Und du bist nicht allein auf dem Weg.

00:02:19: Leiten.

00:02:19: das klingt nach Richtung Nach einem Weg der sich zeigt auch wenn man ihn vorher nicht gesehen hat.

00:02:26: Nicht unbedingt der schnellste Weg aber einer auf den Mann gehen kann.

00:02:32: Ich will sie zu Wasserbechen führen.

00:02:36: Wasser?

00:02:37: Das ist Leben Erfrischung und Aufatmen Ein Ort, an dem man stehen bleiben darf.

00:02:42: Die Hände ins Wasser tauchen, vielleicht das Gesicht benetzen und spüren – da ist noch etwas!

00:02:50: Das trägt auf ebenem Wege, auf dem sie nicht straucheln.

00:02:55: Wie wohltuend ist das?

00:02:58: Kein Stolpern kein Fallen ein Weg der nicht zusätzlich Kraft kostet wenn man ohnehin schon müde ist.

00:03:06: Und dann dieser letzte Satz denn ich bin der Vater Israels Für Nähe, für Führsorge.

00:03:14: Für jemanden der nicht fern ist sondern beteiligt.

00:03:19: Vielleicht ist das die leise Hoffnung in all dem Dass unsere Tränen gesehen werden Das unser Weg nicht ins Leere führt dass da jemand isst Der sagt Komm so wie du bist auch weinend.

00:03:34: Und vielleicht genügt heute genau das Ein kleinen Schritt zu gehen Nicht den ganzen Weg nur den nächsten und darauf zu vertrauen, dass da einer ist der mitgeht.

00:03:48: So segne dich Gott heute!

00:03:53: Ihre Pfarrerin Mjölja Künstlen, Tübingen unter Jesingen.

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