26 05 18 Beate Hofmann
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
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00:00:01: Guten Morgen!
00:00:02: Sie hören die Tübinger-Telefonanacht.
00:00:05: Heute, an diesem Montag, achtzehnte Mai begegnet uns ein Salmfers aus Psalm onehundert fünfzehn.
00:00:13: Nicht uns Herr, nicht uns sondern deinem Namen gibt Ehre um deiner Gnade und Treue willen.
00:00:22: Oh ehrlich es ist mir gar nicht so leicht gefallen dazu etwas zu sagen weil dieser alte Begriff der Ehre Den gebrauchen wir ja heute kaum in unserer Umgangssprache.
00:00:34: Jemandem die Ehre geben, was heißt das für Sie?
00:00:38: Jemanden den Vortritt lassen, jemanden respektvoll behandeln, jemandem wertschätzen, gibt Gott die Ehren!
00:00:51: Also der Psalm ist überschrieben mit Gott allein Die Ehre.
00:00:55: Ich habe es für mich dann so gedeutet Es ist etwas, was mich sehr entlastet.
00:01:01: Es geht nicht um meinen Verdienst, meine Anerkennung.
00:01:05: Sondern ich darf mich getrost in den Dienst stellen – einer Berufung folgen!
00:01:12: Etwas tun weil ich weiß das ist mir zugesprochen.
00:01:17: Diese alten jüdischen Gebete diese Psalmen sind ja über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg weitergegeben worden, weiter gebetet wurden, weitergesagt Und die Menschen damals haben alles in ihrem Leben vor Gott gebracht.
00:01:34: Alles was sie gefreut hat, wofür sie dankbar waren aber auch Trauer und Wut und Klage, Bitten, Sorgen, Hoffnung.
00:01:47: Ja, Menschen fühlen heute ja nicht anders als damals vor zweieinhalb tausend Jahren und deshalb können wir es auch wagen uns immer wieder in diese Worte, in dieser alten Psalmworte hinein zu denken und sie für uns vielleicht umzufomulieren, so dass Sie weitergetragen werden.
00:02:08: Vielleicht haben Sie Lust heute mal zu blättern auch in den Psalben und Ihren eigenen Psalmpfers zu finden?
00:02:15: Letztlich geht es ja darum sich in Gott zu beheimaten und zu verwurzeln, sodass wir ein Stück weit über uns hinaus wachsen können.
00:02:25: Antoine de Saint-Exeperie hat ein wunderbares Ja, Gebetsgedicht möchte ich's mal nennen geschrieben.
00:02:33: Vielleicht könnte man auch sagen einem Psalm und der formuliert es so Ich bitte nicht um Wunder und Visionen her sondern um die Kraft für den Alltag.
00:02:46: leere mich die Kunst der kleinen Schritte.
00:02:49: mach mich sicher in der richtigen Zeiteinteilung.
00:02:53: schenke mir das Fingerspitzengefühl um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.
00:03:01: Schicke mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat die Wahrheit in Liebe zu sagen!
00:03:07: Du weißt wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
00:03:11: Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
00:03:20: Verleihe mir die nötige Fantasie – im rechten Augenblick Ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.
00:03:31: Bewahre mich vor der Angst!
00:03:33: Ich könnte das Leben versäumen.
00:03:36: Gib mir nicht was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
00:03:41: Leere mich die Kunst der kleinen
00:03:44: Schritte.".
00:03:46: In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Schritte heute in diesen Tag.
00:03:51: Ihre Beate Hofmann Klinikseelsorgerin der medizinischen Kliniken-Typingen.
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