26 06 06 Peter Rostan

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zu Tübinger Telefonandacht.

00:00:02: Wir hören heute auf ein Wort aus zweiten Samuel sieben.

00:00:08: Es ist Teil eines Gebetes von David.

00:00:11: So bekräftige nun Herr Gott das Wort in Ewigkeit, dass du über deinem Knecht und über sein Haus geredet hast Und tu wie du gerede tast.

00:00:24: Nun diesem Gebet geht es noch nicht um den Tempel sondern etwas anderes wenn hier von dem Haus die Rede ist.

00:00:32: Mit diesem Haus ist die Familie von David gemeint, seine Königsdynastie, seine Nachkommen.

00:00:39: Ja und Gott verspricht David das seine Herrschaft Bestand haben soll, dass seine Linie nicht einfach vergeht und auf seinem Haus ein besonderer Segen liegen

00:00:49: wird.".

00:00:51: Es ist schon bemerkenswert denn David wollte ursprünglich selbst etwas für Gott tun.

00:00:57: Da sitzt er inzwischen in seinem Königspalast, im Jerusalem aus Cedernholz und merkt plötzlich ich wohne hier prächtig aber die Bundeslage Gottes steht immer noch in einem Zelt.

00:01:09: Und so entsteht in ihm der Wunsch jetzt Gott endlich ein festes Haus zu bauen!

00:01:15: Und Gott antwortet überraschend.

00:01:17: sinngemäß sagt er nicht du baust zuerst mir ein Haus sondern ich baue dir eines.

00:01:25: Gemeint ist eben kein Gebäude sondern Davids Familie seine Zukunft, seine Nachkommen.

00:01:31: Erst dann in der nächsten Generation wird Davids Sohn Salomo tatsächlich den Tempel bauen und dort wird die Geschichte noch einmal größer und auch tiefer denn nun bekommt der Gott Israels einen besonderen Ort mitten unter seinem Volk.

00:01:52: Man muss sich das klarmachen.

00:01:53: Der Herr des Universums, der Schöpfer von Himmel und Erde verbindet sich mit einem konkreten Ort dort in Jerusalem.

00:02:02: Ja schon zuvor war seine Gegenwart geheimnisvoll mit der Stiftzüte verbunden gewesen – mit diesem heiligen Zelt mitten im wanderten Gottesvolk!

00:02:12: Aber jetzt wird daraus der Tempel.

00:02:15: Fast könnte man sagen Gott zieht nun bei seinem Volk ein.

00:02:19: Er wird einen Mitbewohner Und zugleich bleibt er doch unverfügbar, denn das war ja das Besondere an diesen Tempel Israels.

00:02:30: Dort stand keine Götterstatue – kein Bild Gottes, dass man anfassen, dass Man besitzen könnte.

00:02:37: Nein!

00:02:38: Er bleibt der Heilige, der Unsichtbare, der immer noch größer ist und sich natürlich auch nicht einsperren lässt in ein Gebäude.

00:02:49: Und trotzdem ist er da… Und das ist doch die eigentliche Botschaft.

00:02:54: Gott ist eben nicht nur irgendwo fern im Himmel oder abstrakt überall, sondern er ist auch hier konkret gegenwärtig ansprechbar.

00:03:05: man kann ihn begegnen.

00:03:08: Darum war der Tempel so wichtig Nicht weil Gott in ein Gebäude eingesperrt worden wäre Sondern weil sichtbar wurde.

00:03:15: Gott lässt sein Volk nicht allein.

00:03:20: Aber dieser Tempel war auch nur ein Zwischenschritt.

00:03:23: Schon die Propheten des alten Testamentes kündigen an, dass Gott eines Tages noch näher kommen wird – nicht nur in einem Haus aus Steinen wohnend wird sondern in den Menschen selbst!

00:03:36: Und genau das greift dann ja auch das neue Testament auf.

00:03:40: Gottes Geist zieht ein in unsere Herzen.

00:03:44: Wir sind selbst ein Temple des heiligen Geistes", schreibt Paulus.

00:03:49: Der heilige und unverfügbare Gott kommt uns so nah, dass unser eigenes Leben zu einem Ort seiner Gegenwart wird.

00:03:58: Und jetzt passt tatsächlich das vorhin etwas sehr gewagte Bild vom Mitbewohner – natürlich nicht im Sinne einer Verharmlosung!

00:04:07: Gott bleibt Gott, er ist heilig und auch größer als wir aber zugleich teilt er unseren Alltag, begleitet unser Leben, er prägt uns tröstet uns, korrigiert uns auch hoffentlich und er beschenkt uns.

00:04:25: Und was einst mit David und seinem Haus begannen?

00:04:29: Was sich dann zunächst an Jerusalem und den Tempel band – das hat sich in Jesus Christus längst ausgeweitet auf eine Gemeinschaft ohne Grenzen.

00:04:41: Menschen aus allen Völkern dürfen dazugehören zu dem Gott der unter uns und in uns wohnen will.

00:04:50: Es grüßt Sie herzlich, Ihr Peter Rostan aus Gomeringen.

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