26 06 13 Peter Rostan

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Seien Sie willkommen.

00:00:01: zur Tübinger Telefonandacht.

00:00:02: Wir hören heute auf Jesaja, vierzig fährst dreißig und einunddreißig.

00:00:07: Jünglinge werden müde und matt Und Männer straucheln und fallen Aber die auf den Herrnahren kriegen neue Kraft Dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler Das sie laufen und nicht matt werden.

00:00:24: Nun, dieser Fers gehört zu meinen Lieblingsfersen des alten Testamentes.

00:00:28: Einer meiner Söhne hat ihn damals auch als Taufspruch mitbekommen – vielleicht auch deshalb weil ich schon als junger Vater erlebt habe wie schnell man müde und matt werden kann.

00:00:41: Auch wenn man noch nicht alt ist, kann man strauchen oder sogar hinfallen!

00:00:46: Ein turbulentes Familienleben und ein herausfordernder Beruf können ganz schön anstrengend.

00:00:53: Als meine Frau und ich damals diesen Taufspruch heraus suchten, da kannte ich schon das Gefühl der Überforderung.

00:01:01: Wie stark steht dazu dieses große Aber im Kontrast?

00:01:06: Aber die auf den Herrn harren!

00:01:10: Gemeint ist voller Erwartung.

00:01:12: auf Gott zu schauen, auf ihn zu hoffen und an ihm festzuhalten.

00:01:17: Herren bedeutet nicht einfach nur passives Wartnis – es ist vielmehr eine Verbindung aus Hoffnung und Geduld die Bereitschaft Krisen auszuhalten ohne sofort eine Lösung zu sehen!

00:01:30: Also Nicht-Duldsamkeit sondern Beherrlichkeit dran zu bleiben sich festzohalten an dem Gott der Versprochen hat uns nicht loszulassen.

00:01:42: Und das ist tatsächlich ein Moment, der viel mit Glauben zu tun hat.

00:01:45: Dass wir erfahren wie neue Kraft in unser Leben fließt, dass uns neue Energie geschenkt wird.

00:01:53: Modern gesprochen hat es etwas mit Resilienz zu tun also mit der Fähigkeit nach Niederlagen wieder aufzustehen auch Gegenwind und Enttäuschungen auszuhalten aber eben nicht nur aufgrund eigener Stärke oder eines besonders ausgeprägten Durchhaltevermögens, sondern weil wir einen Gott haben der nicht nur die Welt als Ganzes regiert, sondern auch jeden einzelnen Menschen im Blick hat.

00:02:22: Einen Gott, der uns festhält und aufrichtet!

00:02:27: Und dann dieses wunderbare Bild vom Adler, der mit seinen Flügeln emporsteigt... Das Entscheidende beim Adler ist ja nicht seine eigene Kraft, entscheidend ist die Thermik, die ihn nach oben trägt.

00:02:41: Der warme Aufwind dem er sich anvertraut und darin liegt für mich die besondere Schönheit dieses Bildes.

00:02:50: auch wir leben doch nicht allein von unserer eigenen Kraft.

00:02:54: Wir dürfen uns tragen lassen.

00:02:57: Der unsichtbare und doch gegenwärtige Gott hält uns wie eine warme Thermik, errichtet uns auf.

00:03:05: Und manchmal schenkt er uns sogar die Möglichkeit, die Dinge aus einer neuen Perspektive zu

00:03:11: sehen.".

00:03:12: Ich meine damit nicht die scharfen Adler-Augen – ich denke eher an die Weite der Vogelperspektive, daran den Kopf über den oft so verbissenen Alltagsblick hinaus zu heben und weiterzusehen!

00:03:26: den Horizont wahrzunehmen und darüber hinaus zu entdecken, dass die Welt größer ist als die Probleme, die uns gerade beschäftigen.

00:03:36: Und dann kann daraus tatsächlich so etwas wie ein Marathon-Lauf werden, das sie laufen und nicht matt werden.

00:03:46: Es geht hier also nicht um einen kurzen Sprint.

00:03:49: es geht um einen Weg durchs Leben Einen Weg der tragfähig und auch geländegängig ist einen Weg, auf dem es auch Stolpern und Umwege gibt.

00:04:01: Aber eben ein Weg mit langem Atem – mit der Kraft durchzuhalten, dran zu bleiben – sich immer wieder an Gott festzuhalten.

00:04:10: Einen Weg, on dem Gott uns aufrichtet und manchmal sogar empor trägt.

00:04:17: Bis eins der Moment kommt, an dem wir tatsächlich auffahren mit Flügeln wie Adler!

00:04:24: Ich meine den Übergang aus dieser Zeit in die Ewigkeit….

00:04:29: Das muss bei mir jetzt noch nicht so schnell sein und trotzdem freue ich mich darauf, was mich dort erwartet.

00:04:37: Mit herzlichem Gruß aus Gomeringen, Ihr Peter Rostan.

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