26 06 27 Peter Rostan
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Liebe Hörerinnen und Hörern, der Tübingertelefon anwacht.
00:00:03: Unser heutiges Bibelwort steht in dem Psalm einundvierzig.
00:00:07: Herr neige mein Herz nicht zum Bösen!
00:00:11: Es ist schon ein bemerkenswertes Gebet, denn der Psalmbeter traut Gott was richtig Großes zu.
00:00:17: Er bittet ihn, Wächter über sein Innerstes zu sein.
00:00:22: Im Grunde sagt er damit herr ich lege meinen Herz in Deine Hand.
00:00:27: Lass es nicht zu dass es sich dem bösen zuneigt.
00:00:32: Dieser Psalm wird König David zugeschrieben, wie viele seiner Psalmen lebt auch dieser von einer ganz persönlichen Beziehung zu Gott.
00:00:40: Es geht hier gar nicht um richtige Lehre oder möglichst ehrfürchtige Worte sondern um ein echtes Gegenüber, um einen Du, von dem ich erwarte dass es mich berührt und verändert.
00:00:53: Das Herz ist in der Bibel ja bekanntlich die Mitte uns Menschen.
00:00:58: dort fallen unsere Entscheidungen Hier findet sich unsere Identität, unsere Persönlichkeit und unser Wille.
00:01:05: Und wenn David betet nahegemein Herz nicht zum Bösen dann besitzt er.
00:01:10: lasse in meinem Innersten nichts wachsen was später in bösen Worten oder bösen Taten sichtbar wird.
00:01:19: Natürlich denken wir auch an das Vater Unser.
00:01:22: für uns nicht den Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösem.
00:01:26: Ja, wir wissen das alle.
00:01:28: Hoffentlich zumindest!
00:01:29: Gott führt uns nicht irgendwie ins Böse hinein.
00:01:32: Er neigt nicht unser Herz zu finsternis.
00:01:36: Er legt uns keine Fallen.
00:01:37: Warum beten wir dann aber so?
00:01:41: Weil wir uns in diesem Gebet bewusst machen wie sehr wir Gott brauchen.
00:01:46: Aus eigener Kraft ist unser Herz eben nicht immer auf das Gute ausgerichtet.
00:01:50: Jeder von uns kennt ja auch Gedanken, auf die er nicht stolz ist.
00:01:55: Jeder Von Uns Kennt Neid kennt Ärger und Bitterkeit auch verletzende Worte.
00:02:01: Deshalb ist es richtig, wenn der Gott bitten macht mich darauf aufmerksam schärfe mein Gewissen zeigt mir ganz früh Wenn in mir etwas wächst das anderen oder auch mir selbst schadet.
00:02:15: Interessanterweise geht unserem Pferd im Salm eine Bitte noch voraus.
00:02:18: dort heißt es Herr behüte meinen Mund bewahre die Tür meiner Lippen.
00:02:25: Es geht also zunächst um unsere Worte Und dann geht das Gebet eine Schicht tiefer, nicht nur meine Lippen sondern schon mein Herz soll bewahrt werden.
00:02:35: Denn aus dem Herzen kommen die Worte und aus den Worten schließlich die Taten.
00:02:42: Nun ich glaube wir alle wünschen uns ein Herz dass bei Gott bleibt!
00:02:48: Und darin liegt ja auch das Geheimnis des Evangeliums.
00:02:50: Gott ist ja nicht nur der Schöpfer des Himmels unter Erden er isst auch der Schöffer unseres Innern.
00:02:56: er kann Menschen verändern Und die Bibel erzählt, dass wir nach seinem Bild geschaffen wurden.
00:03:02: Und dieses Bild kann im Laufe des Lebens auch mal trüb werden, verzerrt werden.
00:03:06: aber Gott gibt uns nicht auf und wenn wir beten stellen wir uns gewissermaßen wieder neu in Sein Licht Schauen ihm neu ins Angesicht und vielleicht geschieht dabei genau das Wunder, dass Gott uns seinem Bild wieder ähnlicher macht.
00:03:23: Das ist das Geheimnis des Gebetes Dass wir lernen so zu denken, zu reden, zu handeln wie er es für uns gedacht hat.
00:03:33: Und wissen Sie, darin unterscheidet sich das Evangelium von bloßer Moral?
00:03:37: Moral sagt strenglich an, mach's besser!
00:03:41: Das ist ja auch nicht falsch aber unsere Kraft reicht oft nicht weit genug.
00:03:46: Das Evangelium beginnt anders.
00:03:49: Es beginnt nicht mit der Aufforderung sondern mit Gottes liebevollen Blick auf uns.
00:03:55: Mit seiner Gnade Erkennt unsere Abgründe Unsere Schwächen Unser Versagen Und dennoch sieht er uns freundlich an.
00:04:04: Und gerade deshalb dürfen wir ihn bitten, Herr Neige mein Herz nicht zum Bösen!
00:04:10: Hilf mir stark zu sein!
00:04:12: Hilft mir meinen inneren Kompass richtig auszurichten.
00:04:17: Und so wünsche ich Ihnen für diesen Tag ein Herz das sich diesem Gott zuwendet und von ihm prägen lässt.
00:04:25: Wenn Sie möchten lade ich sie ein mit mir zusammen darüber zu beten.
00:04:30: Himmlischer Vater, du siehst wie schwer es mir fällt gut zu sein.
00:04:34: Du kennst meine Abgründe!
00:04:36: Kennst meine Gedanken über die ich manchmal erschrecke.
00:04:40: Kennst auch die Worte, die ich besser nicht hätte sagen sollen.
00:04:44: Danke dass sich aus deiner Vergebung heraus dich bitten darf.
00:04:50: Berühr mich neu, neige mein Herz zu dir, bewahre mich vor dem Bösen für mich nicht in Versuchungen sondern erlöse mich von den bösen.
00:05:00: Gestalte meinen Inneres Meine Gedanken und auch meine Gefühle, die ich oft so wenig im Griff habe.
00:05:09: Danke dass ich mit dir rechnen darf!
00:05:12: Amen Es grüßt sie aus Gomeringen ihr Pfarrer Peter Rostern.
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