26 06 23 Christoph Wiborg
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
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00:00:01: Herzlich Willkommen zur Tübinger Telefonandacht, am der Jüngsten.
00:00:09: Die Tageslosung findet sich heute in Psalm altundsechzig.
00:00:13: Wir haben einen Gott, der da hilft und den Herrn, der vom Tod errettet.
00:00:20: Liebe Zuhörerinnen und Zuhöre!
00:00:23: Was die Tageslosungen aus Psalms altund sechzig für den heutigen Dienstag hier nebeneinander stellt ist eigentlich dasselbe.
00:00:32: Wir haben einen Gott, der hilft und wir haben den Herrn, der vom Tode errettet.
00:00:41: Denn ist es nicht so dass das Leben immer Überwindung des Todes ist?
00:00:47: Dass wir also auch im Leben immer wieder Gott selbst anrufen auf das Er uns aus den Situationen heraushilft die dem Leben entgegen stehen?
00:00:58: Ist nicht unser ganzes Leben ein Überleben?
00:01:02: Und sind wir nicht in jeder Sekunde unseres Lebens darauf angewiesen, dass Gott uns stärkt und aus dem Tod entreist?
00:01:10: Von Anbeginn an ist es das Ziel allen Handelns Gottes.
00:01:15: Dass er uns, dass er das Leben, dass Er diese Welt den Chaos und dem Tode entreißt!
00:01:21: Wenn wer in der Schöpfungsgeschichte lesen, daß er am Anfang Tohubar Bohu war – und Finsternis über die Erde – so erzählt auch diese Geschichte davon wie Gott das Licht der Dunkelheit entgegensetzt wie er die Todesmächte verbannt und alles, was ist in Leben, in Vielfalt, in Reichhaltigkeit verwandelt.
00:01:44: So ist alles, das wir in der Schöpfung um uns herum wahrnehmen – und was wir in uns selbst wahrnehmen an jedem neuen Morgen nichts anderes als ein täglicher, ein stündlicher, ein sekündlicher Akt der Auferweckung!
00:02:01: Gott lässt leben werden überall und an jedem Tag in unserem Leben.
00:02:07: Seine Hilfe umgibt uns und lässt uns leben, oft genug von uns unbemerkt
00:02:13: übersehen.".
00:02:15: Wenn wir nur unsere Augen offen halten würden – unsere Ohren ja alle unsere Sinne!
00:02:20: Wir könnten eigentlich jeden Tag den Sonntag den Tag der Auferstehung, der Rettung feiern… Und damit ein Zeichen setzen, ein Ausrufezeichen gegen all das Kriegsgeschrei und die scheinbare Todessehnsucht in dieser Zeit.
00:02:36: Wann werden wir uns dessen bewusst?
00:02:39: Mir fällt ein Wort des Augustinus ein, dass auch vom Übersehen erzählt – vom Überseen der Schönheit und Lebenskraft Gottes.
00:02:49: Spät habe ich dich geliebt du Schönheit!
00:02:52: Ewig alt und ewig neu!
00:02:55: Spät hab' ich dich
00:02:57: Geliebt!".
00:02:59: Bei mir drin warst du, und ich lief hinaus und suchte draußen dich.
00:03:04: Und hässlich ungestalt warf ich mich auf das Schöngestaldete, dass du geschaffen.
00:03:10: Du warst bei mir – und ich war nicht bei dir!
00:03:31: Strahltest und verjagtest meine Blindheit.
00:03:35: Du duftetest, Und ich trank deinen Duft und atmete nun in dir.
00:03:41: Gekostet habe ich dich!
00:03:43: Nun hungere ich nach dir und dürste, Und du berührtest mich – Ich aber klüte in Zehnsucht auf In Zehntsucht nach deinem
00:03:52: Frieden.".
00:03:56: Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Dienstag voller Lebenserfahrung Christophie Borg, Pfarrer an der Eberhardskirche in Tübingen.
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