26 08 29 Peter Rostan

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zur Tübinger Telefonandacht.

00:00:02: Schön, dass Sie mir zuhören!

00:00:04: Ich bin arm und elend der Herr aber sorgt für mich.

00:00:08: so heißt es am Ende von Psalm vierzig.

00:00:11: dieser Satz klingt zunächst fast wie ein Widerspruch denn wenn der Herr für mich sorgt warum bin ich dann Arm und Elend?

00:00:17: Müsste es nicht eigentlich heißen Ich war Arm und elent Aber der Herr hat für mich gesorgt Und jetzt ist alles wieder gut.

00:00:25: Nunso einfach ist es in psalm vierzig gerade Nicht.

00:00:29: Der Psalm beginnt zwar mit einer wunderbaren Erfahrung von Rettung.

00:00:34: Der Beter schau zurück und sagte, ich harrte das Herrn!

00:00:37: Und er neigte sich zu mir und hörte mein Schrein.

00:00:42: Dann gebrauchte ein starkes Bild – Gott hat mich aus der Grube des Verderbens gezogen, Aus Schlamm und Morast, Er hatte meine Füße auf einen Felsen gestellt, Plötzlich gab es wieder festem Boden unter den Füßen.

00:00:56: Der PSalm-Beta kennt also die Hilfe Gottes.

00:00:59: Er hat erlebt, dass Gott eingreift und deshalb kann er sagen – Zitat wohl dem der seine Hoffnung setzt auf den Herrn.

00:01:06: Und er erinnert sich auch daran wie viel Gott schon getan hat!

00:01:10: Herr mein Gott groß sind deine Wunder und deine Gedanken die du an uns beweist.

00:01:16: Aber dann ändert sich der Ton des Psalms.

00:01:20: Offensichtlich steckt dieser Mensch schon wieder in Schwierigkeiten.

00:01:24: Es haben mich umgeben leiden ohne Zahl, schreibt er und er spricht von eigener Schuld, die ihn belastet.

00:01:31: Und das sind auch die Menschen, die ihm nach dem Leben trachten und sich über sein Unglück

00:01:35: freuen.".

00:01:37: Pseumvierzig ist also kein Rückblick auf eine längst überstandene Krise – der Beta erinnert sich an Gottes Hilfe und steckt gleichzeitig wieder mitten drin in einer neuen Notlage!

00:01:50: Und dann kommt dieser letzte Satz Ich bin arm und elend Der Herr aber sorgt für mich.

00:01:57: Wissen Sie dieses kleine Wort?

00:01:59: Aber gefällt mir.

00:02:02: Hier sagt der Beta nicht, eigentlich bin ich ja gar nicht arm und elend!

00:02:05: Er redet seine Situation hier nicht schön, versucht nicht sich selbst Mut einzureden.

00:02:10: nach dem Motor achts wird schon wieder alles werden.

00:02:13: Nein er schaut seiner Wirklichkeit ins Gesicht.

00:02:17: Ja so ist es Ich bin Arm und Elend, ich komme allein nicht weiter.

00:02:23: aber Der Herr sorgt für mich Und das ist die Wende in seinem Gebet.

00:02:29: Diese Wende geschieht zunächst gar nicht durch die äußeren Umstände, die Feinde sind ja noch da, die Probleme sind auch da – auch die eigene Schuld ist nicht plötzlich überwunden!

00:02:39: Die Wende geschied hier in einer Veränderung der Blickrichtungen.

00:02:44: Denn der Beta schaut nicht mehr nur auf das was ihm fehlt sondern auf den der für ihn sorgt und vielleicht hilft dabei gerade die Erinnerung.

00:02:55: Schließlich hat er am Anfang seines Psalms erzählt, wie Gott ihn schon einmal aus der Grube gezogen hat.

00:03:00: Und er hat erlebt, Gott hört mein Schreien!

00:03:03: Er neigt sich zu mir, stellt meine Füße wieder auf festen Grund und deshalb kann er jetzt mitten in der neuen Not sagen ich weiß nicht, wie es weitergeht, weiß auch noch nicht ,wie Gott mir helfen wird.

00:03:16: Ich bin arm-und elend Der Herr aber sorgt für mich.

00:03:22: Vielleicht ist das eine gute Gebetsrichtung für uns.

00:03:26: Also, wir sollen nicht unsere Schwierigkeiten kleinreden.

00:03:29: Nicht zu tun als hätten wir keine Angst, keine Sorgen und keine offenen Fragen!

00:03:34: Wir sollen – ja, wir dürfen sie aussprechen ganz nüchtern und ehrlich ich bin müde der Herr aber sorgt für mich.

00:03:44: Ich weiß gerade nicht weiter Aber der Herr sorgt Für mich?

00:03:50: Ich weiß nicht was morgen kommt Der Herr aber Sorgt Für Mich.

00:03:55: Merken Sie es?

00:03:57: Das Aber unseres Glaubens löscht den ersten Teil des Satzes nicht aus, aber es setzt ihm etwas entgegen.

00:04:06: Es ist genauer gesagt – es setzt Gott dagegen!

00:04:11: Und vielleicht brauchen Sie heute genau dieses kleine Wort Aber gegen das was Ihnen gerade groß und schwer erscheint.

00:04:19: Ich bin arm und elend Der Herr aber sorgt für mich.

00:04:24: Und dann endet der Psalm noch mit einer ganz kurzen Bitte.

00:04:27: Du bist mein Helfer und Erretter, mein Gott!

00:04:30: Säume doch

00:04:31: nicht.".

00:04:33: Ich denke auch das gehört dazu.

00:04:34: Der Beter weiß dass Gott für ihn sorgt und trotzdem bitte er noch Herr jetzt bitte hilf.

00:04:40: Lass mich nicht lange warten.

00:04:43: Und ich denke wir dürfen auch so beten.

00:04:45: Herr du siehst was mir fehlt?

00:04:47: Du kennst meine Sorge.

00:04:48: Du weißt wo ich nicht weiterkomme... ...und ich will daran festhalten.

00:04:53: Du sorgst für mich Du bist mein Helfer und mein Retter.

00:04:57: Und nun, mein Gott, säumen nicht!

00:05:01: Greif jetzt bitte ein.

00:05:04: Es grüßt Sie herzlich aus Gomeringen, Ihr Peter Rostan.

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