26 08 08 Peter Rostan

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Seien Sie willkommen.

00:00:01: zur Tübinger Telefonandacht.

00:00:02: Wir hören heute auf den Lehrtext aus Matthäus sieben für sieben, also aus der Bergpredigt.

00:00:09: Jesus sagt dort bitte zu wird euch gegeben sucht so werdet ihr finden klopft an so wird euch aufgetan.

00:00:18: nun man kann dieses Wort gründlich missverstehen so als wäre das Gebet eine Art Automat.

00:00:26: Solche Lebensmittelautomaten kennen wir inzwischen, ja hinter der Glasscheibe sieht man schon was es alles gibt.

00:00:33: Man gibt dann den richtigen Code ein bezahlt und unten fällt genau das heraus was man haben möchte.

00:00:40: Manchmal ist das praktisch aber oft geht dabei auch das ganze Taschengeld der Kinder für unnütze Süßigkeiten drauf die ihnen am Ende gar nicht gut tun.

00:00:52: Offenbar gibt uns also selbst ein Automat, nicht immer das was wirklich gut für uns ist.

00:00:59: Und Gott?

00:01:01: Nun erst recht kein Automat – im Gebet treten wir vor den Schöpfer dieser Welt!

00:01:08: Das muss uns klar sein und deshalb sollte unser Beten vor allem von Demut geprägt sein.

00:01:15: Ich meine damit nicht ein unterwürfiges Winseln dass uns die Würde nimmt sondern Ich meine, von der Einsicht geprägt.

00:01:24: ich bin nicht allwissend.

00:01:26: Ich sehe nur einen ganz kleinen Ausschnitt meines Lebens aber Gott sieht das Ganze!

00:01:32: Er kennt Zusammenhänge die mir verborgen sind ja er kennt sogar mich selbst besser als ich mich kenne.

00:01:41: Wie oft rennen wir uns in Plänen oder Projekten wollen unbedingt mit dem Kopf durch die Wand und merken gar nicht mehr dass wir längst auf dem Holzweg sind.

00:01:51: Davor kann das Gebet uns bewahren, denn im Gebet verändert sich oft nicht zuerst die Welt sondern unser Blick auf die Welt und wir lernen unser Leben aus Gottes Perspektive anzuschauen.

00:02:04: Und manchmal auch ziemlich heilsam zu relativieren.

00:02:07: Es ist so wie wenn Gott uns dem Gebet den Kopf hebt und sagt Schau doch mal weiter Du hast dich da in was vorant.

00:02:16: Was du da erreichen willst ist vielleicht gar nicht so gut wie du meinst.

00:02:20: Deshalb nochmal, die Grundhaltung des Gebetes ist Demut.

00:02:26: Natürlich dürfen wir Gott alles sagen was uns bewegt – Wir müssen uns nicht verstellen!

00:02:32: Ehrlichkeit ist vielleicht sogar das wichtigste Kennzeichen eines guten Gebetens.

00:02:38: Also gute Gebete sind nicht die besonders schönen oder theologisch perfekten.

00:02:44: Gute Gebete sind ehrliche Gebete in denen wir Gott unser Herz öffnen Und dafür braucht es meist gar nicht viele Worte.

00:02:54: Und vielleicht liegt genau darin die Prante dieses Jesus Wortes aus der Bergpredigt, bittet, sucht, klopft an!

00:03:05: Das Bitten und das Anklopfen sind nämlich kurze Handlungen.

00:03:10: Ich glaube nicht dass beim Gebet das Motto gilt viel hilft viel – er würde sagen ehrlich sein genügt Nur das Suchen, dass ist etwas anderes.

00:03:23: Das ist kein kurzer Augenblick sondern eine Lebenshaltung.

00:03:27: Menschen die suchen tun nicht so als hätten sie längst alles im Griff und auf alles eine Antwort.

00:03:35: Sie bleiben offen für Gott!

00:03:38: Sie sind Gottsucher Und irgendwann staunten sie darüber, dass sie ihn gar nicht erst finden mussten Sondern er war längst da.

00:03:47: Er hat sich schon gesucht und längst gefunden.

00:03:52: Er kennt ihr Leben und weiß, was ihnen wirklich gut tut.

00:03:57: Deshalb dürfen wir uns ihm voll Vertrauen nähern – im Bitten, im Anklopfen und mit der offenen Neugier eines Suchenden!

00:04:09: Mit herzlichem Gruß Ihr Peter Rostan.

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