26 08 22 Peter Rostan
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen zur Tübinger Telefonanacht.
00:00:02: Schön, dass Sie da sind!
00:00:04: Das habe ich nie gesagt... Manchmal hört man sich selbst diesen Satz aussprechen und denkt sich doch genau das hast du gesagt vielleicht sogar erst gestern.
00:00:17: Es gibt Menschen bei denen weiß man nie so genau woran man dran ist.
00:00:21: Heute loben sie jemanden in den höchsten Tönen Und morgen reden sie schlecht über denselben Menschen.
00:00:26: Heute sind sie begeistert von einer Idee Morgen wollen sie davon nichts mehr wissen.
00:00:31: Je nachdem, wer gerade zuhört oder aus welcher Richtung der Wind weht, ändert sich dann ihre Meinung.
00:00:38: Das Fähnchen im Wind ist dafür ein treffendes Bild!
00:00:43: Der Jakobusbrief hält uns einen Spiegel vor wenn er schreibt... So zu lesen im dritten Kapitel des Jacobus-Briefes und auch im heutigen Losungsbuch.
00:01:04: Lobben und Fluchen Was sind die beiden äußersten Enden unserer Sprache?
00:01:10: Und dazwischen liegt alles, was wir jeden Tag sagen Ein freundliches Wort eine Kritik ein Versprechen ein Gerücht ein Kompliment vielleicht auch eine verletzende Bemerkung.
00:01:24: Jacobus fragt deshalb nicht nur redest du freundlich Er fragt noch grundsätzlicher, ist dein Reden eigentlich verlässlich?
00:01:35: Können andere sich auf deine Worte verlassen oder musst du morgen schon wieder erklären das heute alles ganz anders gemeint war.
00:01:43: Der ganze Jakobusbrief kreist um die Frage dass Glaube sichtbar werden soll eben nicht nur in frommen Worten sondern im gelebten Alltag Und deshalb spricht Jacobus auch so oft von der Zunge, denn an ihr zeigt sich was in unserem Herzen lebt.
00:02:04: Jesus sagt an anderer Stelle, eure Rede sei ja!
00:02:08: Ja!
00:02:10: Nein nein!
00:02:12: Diese Doppelungen stehen also für Eindeutigkeit.
00:02:16: Nun das bedeutet nicht dass wir niemals unsere Meinung ändern durften.
00:02:20: Wir lernen dazu.
00:02:21: Wir erkennen manchmal, dass wir falsch lagen und es ist keine Schwäche.
00:02:27: Schwierig wird es aber dort, wo wir unsere Worte nach dem jeweiligen Publikum ausrichten oder danach was uns gerade den größten Vorteil bringt.
00:02:39: Verlässliche Menschen müssen nicht laut sein – Aber sie stehen zu ihrem Wort!
00:02:44: Sie reden nicht heute so und morgen genau das Gegenteil.
00:02:48: Und wenn sie einen Fehler gemacht haben dann stehen sie auch dazu Entschuldigen sich dafür.
00:02:54: Vielleicht beginnt gerade dort christliche Glaubwürdigkeit, eben nicht in den großen Reden die wir schwingen sondern darin das andere wissen.
00:03:03: was dieser Mensch sagt meint er auch.
00:03:07: Sein Lob ist ehrlich seine Kritik ist fair sein Ja gilt und sein Nein ebenso.
00:03:17: Darum ist der Satz des Jacobus bis heute aktuell.
00:03:20: Aus einem Mund kommt Loben und Fluchen, das soll bei Euch nicht so sein!
00:03:28: Unsere Worte prägen Beziehungen – sie können Vertrauen zerstören oder es wachsen lassen.
00:03:35: Und deshalb lohnt es sich immer wieder darum zu bitten dass Gott nicht nur unsere Gedanken sondern auch unsere Zunge leitet.
00:03:44: Denn ein verlässliches Wort ist eines der größten Geschenke, das wir einem anderen Menschen machen können.
00:03:51: Mit herzlichen Gruß Ihr Peter Rostan aus Gomeringen.
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