26 09 07 Hartmut Dinkel
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:01: Liebe Höhren und Hörer, herzlich willkommen zur Telefonandacht heute am Montag den siebten September.
00:00:13: Das Bibelwort aus den Herrenhuterlosungen über das ich Pfarrer Hartmut Dinkel aus Gomaringen heute mit Ihnen nachdenken möchte kommt aus Markus V die Ferser.
00:00:24: einundvierzig bis zweiundvierzig.
00:00:27: da teist es Jesus ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm Talithakum.
00:00:33: Das heißt übersetzt Mädchen, ich sage dir steh auf!
00:00:37: Und so gleich stand das Mädchen auf und ging
00:00:39: umher.".
00:00:41: Es gehört sicherlich für jeden von uns zu den bedrückendsten Erfahrungen wenn wir auf unseren Friedhöfen an den Kindergräbern vorbeikommen.
00:00:52: Sie sind oft bedrücken klein, von den Eltern oder Geschwistern häufig liebevoll geschmückt.
00:00:58: Jedes dieser Kindergräber zeugt von einem zu kurz gekommenen Leben, das sich nicht entfalten durfte.
00:01:05: Wir können wahrscheinlich gar nicht erahnen welch entsetzliche Verlust die Eltern dadurch ereilt hat.
00:01:12: Eine Mutter hat ihr Kind unter Schmerzen zur Welt gebracht.
00:01:15: Die Eltern haben sich über jedes Lächeln gefreut Haben die ersten Worte und die ersten selbstständigen Schritte ihres Kindes bejubelt.
00:01:25: Und wie schrecklich ist es dann, wenn das Kind z.B.
00:01:28: schwer krank wird und stirbt?
00:01:30: Das ist kaum zu verkraften!
00:01:35: Unser Bibeltext erzählt von einem Mädchen, dass mit zwölf Jahren verstorben ist – sie war das einzige Kind ihrer Eltern, Jairus hieß ihr Vater.
00:01:44: den Namen ihrer Mutter kennen wir nicht.
00:01:47: Als Mitglied im Synagogenvorstand war Jairuss ein bekannter und einfußreicher Mann in der kleine Stadt Kaepanaum am Sickenetzaret.
00:01:57: Dieser Mann nun schämt sich nicht, sich mit seiner großen Sorge um sein krankes Kind an Jesus zu wenden.
00:02:03: Das war immerhin riskant, denn er könnte dafür aus der Synagoge ausgeschlossen werden, er könnte seinen Posten und sein Ansehen in der Gesellschaft verlieren – trotzdem kniet ja Iris vor dem umstrittenen Wanderpredikel Jesus nieder und fläht diesen an.
00:02:20: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen, komm doch und lege deine Hand auf sie damit sie gesund wird!
00:02:27: Jesus sieht die unbeschreibliche Not des Vaters, er sieht die Hoffnung das Vertrauen.
00:02:35: Im Haus des Vorstehers allerdings haben sich die Dinge mittlerweile weiterentwickelt.
00:02:41: als Mädchen ist gestorben.
00:02:44: Die Todenglage wurde bereits angestimmt.
00:02:48: Als Jesus dann mit Jairus ins Haus kommt sagt er was lärmt und weint ihr dass Kind schläft.
00:02:57: Jesus will nicht unter den Augen der großen Öffentlichkeit die Tochter des Jairus ins Leben zurückrufen.
00:03:03: Es reicht nun, dass Jesus die Hand des Mädchens nimmt und sagt Talitakum – steh auf!
00:03:11: Und damit wird das Kind von ihm in's Leben zurückgeholt.
00:03:17: Jesus zeigt ich bin der Herr über Tod und Leben.
00:03:21: Ich kann Leid in Freude verwandeln und Jairussen seine Frau sind demgemäß überglücklich, als sie ihre Tochter wieder in die Arme schließen.
00:03:33: Ich freue mich für Jairus von Herzen!
00:03:35: Seine Frau und die ganze Familie sind jetzt glücklich dass ihnen dieses Kind wieder geschenkt worden ist.
00:03:41: aber es bleibt eben doch das außergewöhnliche Denn die Kindergräber offen zum Friedhof sind ja immer noch da und werden auch in Zukunft noch neue hinzukommen.
00:03:53: Auch diese Geschichte ändert nichts daran, dass weiterhin Eltern um ihre Kinder trauern und es wäre verantwortungsvoll, Ihnen im Namen des Glaubens etwas anderes zu versprechen.
00:04:06: Allerdings ereignen sich etwas Späte in der Jesus-Geschichte der Ostermorgen.
00:04:11: Jesus wird nun selbst von den Toten auferweckt.
00:04:15: An diesem Tag wird er tot nochmals grundsätzlich in seine Schranken verwiesen – die Geschichte von der Heilung dieses Kindes ist also eigentlich eine vorweggenommene Ostergeschichte!
00:04:28: Und so nähert diese Geschichte von der Heilung dieses Mädchens unsere große Hoffnung, dass der Tod von einem Schlusspunkt zu einem Doppelpunkt wird.
00:04:42: Der Tod ist nun Durchgangsstation hinein in das Leben vor dem Angesicht unseres Gottes – da kommt noch etwas!
00:04:52: Martin Luther hat auch über diese Bibelstelle, über die Geschichte dieser Auferweckungen dieses Mädchen gepredigt.
00:04:59: Er sagt in seiner Predigt, wenn ein Christ stirbt sehen unsere Augen einen Toten.
00:05:06: Diese menschlichen Augen aber soll ich schließen!
00:05:09: Ich soll die geistlichen Augen öffnen, die auf das Wort Gottes sehn'.
00:05:15: Wenn ich also so Luther die Geistliche Augen öffe dann werde ich finden dass dieser gestorbene Menschen nicht tot ist sondern er lebt und zwar jetzt vor Gott.
00:05:27: Dementsprechend ermutigt Luther uns lerne den Unterschied zwischen menschlichen Augen und Christen-Augen.
00:05:34: Und geistlichen Augen also!
00:05:37: Christenaugen sind solche Augen, wenn sie den Tod Zünde und Hölle sehen dann sagen Sie gewiss ich sehe keinen Tod Ich fühle keine Sünde, ich bin nicht verdammt sondern... ...ich sehe durch Christus nur Heiligkeit Leben und Heil.
00:05:55: In diesem Sinne grüße Sie herzlich Ihr Pfarrer Hartmut Dinkel.
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