26 08 16 Golde Wissner

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:01: Willkommen zu Tübinger Telefonandacht.

00:00:04: Mein Name ist Golde Wissner, ich bin Pfarrerin in Wankheim und Jettenburg.

00:00:11: Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn sondern dazu die Seeligkeit zu besitzen durch unseren Herrn Jesus Christus.

00:00:20: so heißt es im heutigen Lehrtext aus dem neuen Testament aus dem ersten Thessalonicher Brief.

00:00:33: Gefühle dürfen doch sein.

00:00:37: Die guten Gefühlen, wie zum Beispiel die Freude selbstverständlich aber auch Zorn und Angst.

00:00:44: Kinder lernen das heute besser als früher.

00:00:50: Sie lernen dass sie ihre Gefühles sein dürfen Und dass die Gefühler auch immer einen Grund haben Dass sie ihre gefühle nicht mit Gewalt unterdrücken müssen.

00:01:02: Kinder sollen wahrnehmen, wenn sie wütend sind und sich dabei auch selbst verstehen lernen.

00:01:10: Also auch verstehen lernen woher kommt die Wut oder welches Bedürfnis steckt hinter diesem großen Gefühl?

00:01:22: Eine Psychologin für Kinder- und Jugendliche sagt das wichtigste als Eltern als Bezugsperson ist, dass man selbst ruhig bleibt wenn ein Kind so einen Wut-Anfall hat.

00:01:35: Dass man es nicht alleine lässt.

00:01:38: Denn sonst könnten Kinder auch denken das ihr Gefühl falsch ist und sie eben nicht wütend sein dürfen.

00:01:47: Es ist nicht gut denn das Kind verliert da so auch einen Zugang zu sich selbst.

00:01:55: Ja statt Gefühle zu unterdrücken gilt heute also eher Gefühle regulieren lernen.

00:02:04: Das ist ja schon schön und gut, denke ich mir aber ich möchte trotzdem nicht dass ein Kind seiner Wut freien Lauf lässt mich zum Beispiel wüst beschimpft oder noch schlimmer einem anderen zum Beispiel einen anderen Kind Gewalt antut in seiner Wucht.

00:02:29: Es gibt Grenzen, in denen sich die Wut austoben darf.

00:02:33: Aber sie darf eben nicht zu verbaler oder körperlicher Gewalt

00:02:38: werden.".

00:02:40: Wie ist das jetzt bei Gott?

00:02:43: Ja und jetzt komme ich mit der Tageslosung aus dem Jesaja-Buch, die nicht ganz so einfach zu hören ist!

00:03:01: Aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich.

00:03:06: Wie passt das jetzt zu dem, was ich eingangs gesagt habe?

00:03:10: Lässt Gott hier nicht seinem Zorn freien Lauf und schlägt sogar zu!

00:03:18: Ich sage es ganz offen – ich hab Probleme mit dieser Bibelstelle.

00:03:23: Ich finde es gut dass Gott Gefühle hat aber dass sie so ausagiert, klingt für mich beängstigend.

00:03:34: Mir kommt so ein gewalttätiger Ehemann zum Beispiel in den Sinn, der so ähnlich mit seiner misshandelten Frau reden würde.

00:03:42: Ah da ist es einfach mit mir durchgegangen.

00:03:46: aber jetzt sind wir wieder gut miteinander hier einen Blumenstrauß.

00:03:53: Was ist das für ein impulsiver Gott?

00:03:56: Der nicht gelernt hat seinen Zorn zu kontrollieren?

00:04:00: Gut, wir wissen der Kontext, der historische Kontext in dem dieses Bibelwort steht.

00:04:07: Der ist das große Exil des ganzen Volkes.

00:04:14: Die Geschichte oder zumindest ein großer Teil des Volkes Israel war bestraft worden ins Exil geführt worden von den Babyloniern und dieses Exil wurde lange Zeit als Strafe Gottes Gedeutet.

00:04:34: Und wenn Gott hier spricht, dann spricht er zu dem Ganzen Volk Israel und kündigt eigentlich ja auch seine Gnade an also die Befreiung wieder aus dem Exil.

00:04:47: Trotzdem kann ich mehr anfangen mit dem Wochenspruch der uns gegeben ist.

00:04:54: Der Wochenspruch, der lautet – Gott widersteht den Hochmütigen aber den Demütigen gibt er Gnade.

00:05:04: Erster Petrus V wärs Fünf.

00:05:08: Jetzt habe ich Ihnen drei Bibelstellen heute zugemutet, aber ich finde sie passen auch gut zusammen!

00:05:16: Jetzt nochmal zum Wochenspruch Hochmut – das erleben wir gerade in vielen Stellen, dass sich Einzelne für etwas Besseres handeln halten und dann andere herablassend oder sogar Menschen verachtend behandeln.

00:05:31: Und das sind wir ja wieder bei dieser Situation!

00:05:36: Schlimm, wenn dann auch noch Krieg und Frieden, wenn viele Schicksale, viele Menschenleben von solchen einzelnen hochmütigen Herrschenden abhängen – denen eben ein Menschenleben gar nichts bedeutet?

00:05:54: Ein Menschenleben, dass aber doch von Gott kommt….

00:06:01: Solch ein Hochmut macht Gott zornig.

00:06:07: Und das, finde ich ist ein guter und gerechter Zorn!

00:06:12: Gnade schenkt Gott anderen den Demütigen, die sich eben nicht über andere Menschen erheben und ihnen Gewalt antun.

00:06:22: Das ist diese rote Linie, die wir ja auch schon unseren Kindern beibringen sollten – wütend darfst du sein?

00:06:30: Aber du darfst deshalb niemandem wehtun.

00:06:35: Wer nur herablassend nach unten schaut, der kann nicht nach oben zu Gott dem Schöpfer aller Menschenleben schauen.

00:06:50: Gnade von oben braucht aber jeder!

00:06:53: Ein Blick eine Umarmung ein Wort das mich aufrichtet und mir Zuversicht schenkt.

00:06:59: Martin Luther hatte ja große Angst vor dem zonigen und strafenden Gott, bis er in der Bibel einen Gott fand den er bis dahin nicht kannte.

00:07:10: Einen leidenschaftlichen Gott Ja!

00:07:13: Der sich aber voller Liebe für seine Menschen verausgabt und ihnen immer wieder Gnade schenkt, denen die bereit sind nach oben zu schauen.

00:07:28: Ich wünsche Ihnen Einen gesegneten Tag.

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