26 08 18 Golde Wissner
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:01: Ich begrüße Sie zur heutigen Andacht, zur Tageslosung.
00:00:05: Mein Name ist Golde Wissner und ich bin Pfarrerin auf den Herden in Wankheim & Jettenburg.
00:00:14: Heute ist uns ein Fers aus dem Jesaja-Buch gegeben – Jesaja fünftig, Fers fünf!
00:00:21: Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet?
00:00:25: Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.
00:00:31: Und der Lehrtext aus dem Lukas Evangelium, den lese ich auch gleich noch dazu.
00:00:36: Da steht in Lukas Zehn, Vers neununddreißig.
00:00:40: Maria setzte sich zu dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.
00:00:50: Ja!
00:00:50: In beiden Texten geht es um das Hören und nicht irgendein Hören sondern das Hören auf den Herrn.
00:01:01: Ich weiß nicht Ob Sie das auch regelmäßig tun?
00:01:05: Also immerhin hören Sie gerade die Tageslosung und eine Andacht dazu.
00:01:11: Beten Sie jeden Tag!
00:01:14: Für nicht wenige gehört das Gebet auch zu täglichem Andach dazu, wenn es nur ein paar Worte sind, die ich da an Gott richte.
00:01:30: Gerade am Morgen hören viele diese Andacht aber über den Tag hinweg.
00:01:38: Ich musste gleich an das Lied von Klepper denken, wo es ja heißt Er weckt mich alle morgen, er weckt mir selbst das Ohr und da ist natürlich Bezug genommen auf unsere Jesaja-Stelle.
00:01:54: Und es geht ums Hören.
00:01:56: Ja!
00:01:57: Hören üben Auf Gottes Stimme Das ist gar nicht so einfach.
00:02:04: Die stille Aushalten des Feldmannchen auch ganz schön schwer.
00:02:09: Wir haben es ja eigentlich selten wirklich still um uns rum, meistens läuft ein Radio oder vielleicht auch der Fernseher oder sind auch viele Menschen um uns herum und andere Geräusche.
00:02:22: Ich will deine Stimme hören im Rauschen dieser Zeit Das ist ein neueres christliches Lied dass wir gerade im Chor öfters singen.
00:02:35: Und ja, das nimmt es auch so auf dieses Bedürfnis Gott zu hören!
00:02:43: Ich habe seit einiger Zeit auch diese Morgenroutine dass ich als allererstes morgens mehr ein paar Minuten wenigstens Zeit nehme und hab da einen bestimmten Platz in meinem Arbeitszimmer wo ich mich tatsächlich auch hin kniehe und dann versuche hin zu hören, oft auch nachdem ich ein biblisches Wort gelesen habe und versuche ja draufzuhören was Gott mir damit vielleicht sagen will.
00:03:20: Naja es wurde aber auch schon kritisiert so eine geistliche Form der inneren Entschuldigung Frömmigkeit.
00:03:29: also das kann ja auch so eine Weltflucht sein.
00:03:34: Ich muss da an Dietrich Bonnhöfer denken.
00:03:37: Der hat ja, als es schon ziemlich schwierig wurde im sogenannten Dritten Reich ein Predigerseminar geleitet und das war dann auch das Prediger Seminar der bekennenden Kirche in Finkenwalde.
00:03:57: Und da übte er mit seinen Vikaren eben auch solche geistlichen Übungen.
00:04:06: Also die mussten dann nach einem ja doch auch recht strengen Tagesrhythmus bestimmte Übungen machen.
00:04:14: Und gerade auch morgens war die Meditation, das Schweigen und auch die tägliche Bibellese wichtig.
00:04:25: Auch regelmäßig Abendmahlfeiern und die Einzelbeichte waren Bonnhöfer wichtig!
00:04:33: Für ihn war Jesus Christus nicht nur so eine bedeutende historische Figur, der tolle Lehren von sich gegeben hat.
00:04:42: Sondern eine gegenwärtige reale Kraft die das alltägliche Leben durchdringen kann wenn man sich für diese Kraft öffnet.
00:04:56: höhrend und gerade auch angehende Pfarrer die sollten nach Bonnhöfer lernen, die Bibel auch so geistlich zu lesen und auf die Worte zu hören.
00:05:14: In unserem neuen Testamentlichen Text heute heißt es ja Maria setzte sich zu seinen Füßen und das war für damalige Verhältnisse eine ganz übliche Form wie sich nämlich Schüler oder Jünger vor ihren Lehrer setzten, die Schüler saßen da und hörten darauf was der Rabbi für Lehren, für Weisheiten ihnen weiter gab.
00:05:51: Und das Maria als Frau des Tat war natürlich besonders und es signalisierte ich will auch dazu gehören.
00:06:00: Ich will auch deine Worte in mich aufnehmen so wie die anderen Jünger auch Worte des Lebens.
00:06:10: Und Jesus hat Maria dafür sogar gelobt, ich weiche nicht!
00:06:18: Vielleicht ist es nicht immer einfach und leicht was da zu hören isst?
00:06:25: Das klingt ja auch an in diesem Jesaja-Fers und Ich bin nicht ungehorsam und weiche Nicht zurück.
00:06:33: Ja, Bonnhöfer ist auch NICHT zurück gewichen als es schwer wurde.
00:06:41: Und die Jüngerinnen?
00:06:43: Auch nicht!
00:06:45: Sie blieben bis zum Schluss am Kreuz, ja und wurden dann auch als die ersten Auferstehungszeugenden am Grab mit ihrer Treue belohnt.
00:06:59: Das was sie taten, das konnten sie eben aus ihre geistlichen Stärkung heraustun.
00:07:10: Weder bei Maria noch bei Bonnhöfer, noch bei anderen Nachfolgenden ist es ja bei diesem Rückzug, diesem innerlichen Geblieben.
00:07:22: In diesen Momenten in denen wir uns geistlich stärken lassen sowie jetzt auch mit dieser Andacht – da können wir auftanken und zu uns kommen und zu Gott kommen!
00:07:38: Aber es soll eben nicht dabei bleiben.
00:07:41: Es soll Auswirkungen haben, es soll heilsam in die Welt hinein wirken.
00:07:50: was wird da erleben und es hat ja auch Auswirkung bis zum heutigen Tag!
00:08:00: In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Tag mit Gottes Wort.
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