26 09 03 Magdalene Schüsselin

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00:00:01: Herzlich willkommen zur Tübinger Telefonandacht.

00:00:06: Waren Sie schon einmal auf dem schönen Buchturm?

00:00:10: Für mich ist dieser Turm eine echte Herausforderung, denn ich habe Höhenangst!

00:00:16: Die offene Treppe und der weite Blick sind wunderschön aber gleichzeitig sieht man bei jedem Schritt nach oben wie der Abstand zum sicheren Boden und damit der Abgrund unter den Füßen immer größer wird.

00:00:33: und ich schaffe den Aufstieg tatsächlich nur, wenn ich immer stur geradeaus nach vorne schaue.

00:00:41: Besser nicht nach links und rechts und auf keinen Fall nach

00:00:44: unten.".

00:00:47: Ja es kommt auf die Blickrichtung an!

00:00:51: Daran erinnert mich auch die Geschichte vom sinkenden Petrus in Matthäus XIV.

00:00:57: Diese Geschichte ist eine meiner Lieblingsgeschichten in der Bibel.

00:01:02: Ich kann Petrus uns seine Angst so gut nachvollziehen.

00:01:08: Er schaut auf die dunklen und aufgewühlten Wellen unter seinen Füßen, Und er weiß hier hat er keinen Halt.

00:01:16: Und so geht er unter.

00:01:20: Schau auf mich sagt Jesus!

00:01:23: Und Petrus wechselt seinen Blick von unten nach oben.

00:01:29: Und er sieht die ausgestreckte Hand Jesu.

00:01:32: Hier ist Halt, hier ist Rettung.

00:01:34: Gott sei Dank.

00:01:37: Der Abgrund Das dunkle Wasser, die Wellen, die keinen Halt geben?

00:01:42: Stehen für das Dunkle, das Schwere.

00:01:45: Dass uns ihn unterzieht!

00:01:48: Vielleicht kennen Sie auch diese Gedankenspiralen, Die sich nicht aufhalten lassen, Die das Schlimmste vermuten lassen.

00:01:58: Vielleicht kennen sie die Gedanken, die sich furchtbare Szenen ausmalen, Die sein könnten... ...die aber wahrscheinlich nie eintreten werden.

00:02:10: Ich habe vorhin von der Höhenangst gesprochen.

00:02:13: Man könnte vielleicht auch von der tiefen Angst sprechen.

00:02:17: Die Angst vor der Tiefe, dem Absturz, die Angst den Heil zu verlieren – die Angst vor dem Allerschlimmsten, dem Tod!

00:02:26: Von diesen Ängsten spricht auch David in Psalm onehundvierzig.

00:02:33: Dieser Psalм ist an Gebet.

00:02:35: David spricht von bösen Menschen, die ihm eine Falle stellen möchten.

00:02:40: Er spricht aber auch von seiner Sorge selbst falsch zu handeln zu scheitern, nicht das Richtige zu tun.

00:02:49: Und er spricht von seiner Angst vor dem Tod.

00:02:53: Wie gut dass David seine Angst zu einem Gebet macht und dass er in dem Strudel vor negativen Gedanken einen Halt findet!

00:03:04: Und so formuliert er in Vers Acht dem heutigen Losungsvers auf dich her sehen meine Augen

00:03:13: ich traue auf dich

00:03:15: gib mich nicht in den Tod dahin.

00:03:19: Krisen und Sorgen, die Unsicherheit das nicht wissen wie die Zukunft aussehen wird sind wie diese dunklen Wellen bei Petrus, die ihn hinunterziehen.

00:03:30: Wir empfinden eine Haltlosigkeit und fühlen uns ohnmächtig.

00:03:37: Aber vergessen wir nicht da ist einer der uns hält Da ist einer dass stärker ist als alles was uns Angst macht.

00:03:45: Auch der Tod is dem Blick auf ihn kein Abgrund mehr Sondern ein Verwandelt werden Ein weitergehen, ein hinübergehen an seiner Hand in ein neues Leben.

00:03:57: So beschreibt Paulus das Sterben im Erster Korinther XV.

00:04:05: Noch einmal zurück zum Schönbuchturm!

00:04:09: Meine erste Strategie damit ich hinaufkomme ist nicht nach unten schauen – die Blickrichtung und die zweite ist einen Schritt eine Stufe nach der anderen.

00:04:23: Mein Mut reicht nur für die nächste Stufe Und ich finde, dass diese beiden Strategien auch hilfreich sind für schwere Zeiten.

00:04:35: Die Blickrichtung den Blick auf den der Halt und Sicherheit gibt, der uns seine Hand reicht und uns hält – und dann einen Schritt nach dem anderen.

00:04:48: Für mehr reicht der Mut und die Kraft oft nicht!

00:04:53: Und so möchte ich mit David beden, mit und für uns alle, für den heutigen

00:04:57: Tag.".

00:04:59: Auf Dich, Herr!

00:05:00: Sehen meine Augen.

00:05:02: Ich traue auf Dich

00:05:04: und gehe an Deiner Hand einen Schritt nach dem anderen.

00:05:09: Amen.".

00:05:12: Herzliche Grüße!

00:05:13: Magdalene Schüsselin, Seeelsorgerin am Uniklinikum Tübingen.

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