26 08 30 Magdalene Schüsselin
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00:00:01: Herzlich willkommen zur Tübinger Telefonandacht.
00:00:06: In Italien lebte Ende Zwölftes Anfang threizehendes Jahrhundert Francesco Giovanni Bernadone.
00:00:15: Er war das Sohn eines reichen Kaufmanns.
00:00:19: Nach schlimmen Kriegserfahrungen und einer schweren Krankheit kam er mit erst Mitte zwanzig in eine tiefe persönliche Krise.
00:00:30: Sein altes Leben passte nicht mehr zu ihm.
00:00:35: Francesco hat sich dann den Armen, den Ausgestoßenen, den Aussätzigen zugewandt die vor den Toren seiner Stadt lebten.
00:00:45: Ertadis nicht indem er als mannreicher Herkunft Hilfe organisierte sondern in dem er selbst einer von diesen Menschen wurde und bei und mit ihnen lebte.
00:01:00: Bei diesen Menschen die gesellschaftlich am untersten Rand standen Denn wir heute unter dem Namen Franz von Assisi kennen zu Gott und zu sich selbst gefunden.
00:01:17: Jesus sagt in Matthäus, den Wochenspruch für die kommende Woche, was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern das habt Ihr mir getan.
00:01:37: Wir bleiben wenn wir diese Worte hören gerne bei dem Wort getan hängen und wir fühlen uns aufgefordert, etwas oder sogar möglichst viel für andere Menschen zu tun.
00:01:54: Doch ich glaube es geht Jesus hier gar nicht so allererst um unser Tun sondern vielmehr um unsere Haltung gegenüber den Menschen die er seine Brüder und Schwestern nennt.
00:02:16: eine Art Rangordnung erstellen, denn für ihn sind auch die in unseren Augen geringsten seine Brüder und seine Schwestern.
00:02:29: Für ihn gehört jeder Mensch zu seiner Familie – und für Jesus ist jeder Mensch es wert, dass er sich ihm oder ihr ganz zuwendet!
00:02:44: Und es tut ihm in der Seele weh wenn wir Menschen ignorieren wenn wir über sie richten oder ihnen sogar weh tun.
00:02:54: Es tut Jesus selbst dann auch weh, weil er selbst mit jedem Menschen fühlt und leidet – alles was wir einem anderen Menschen tun oder antun.
00:03:08: Das tun wir Jesus!
00:03:10: Oder das tun wir Jesus an?
00:03:13: Was ihr einem von meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.
00:03:20: Das Gute und das Nichtgute, dass wir anderen Menschen tun.
00:03:26: Das kommt direkt bei Jesus an!
00:03:28: Das erlebt er selbst – dankbar oder schmerzlich?
00:03:35: Und wenn wir uns fragen wo wir Gott in unserem Alltag begegnen können dann gibt dieser Vers eine Antwort darauf.
00:03:44: Gott ist ganz besonders da, wo Menschen einen Mangel haben, wo sie bedürftig sind, wo Sie leiden.
00:03:53: Wir finden ihn bei diesen Menschen.
00:03:56: Genau diese Erkenntnis hat Franz von Assisi zu einem Leben, bei und mit diesen Menschen bewogen.
00:04:05: Wir können und müssen nicht alle so radikal unser Leben ändern wie er das getan hat aber wir können doch von seiner inneren Haltung zu diesen Menschen lernen.
00:04:18: Wenn ich in der Klinik in ein Krankenzimmer komme dann weiß ich meistens gar nichts über diesen Menschen der da liegt Aber ganz egal, ob dieser Mensch religiös ist oder nicht.
00:04:30: Ganz egal, Ob er mich gerne aufnimmt oder ob er mich gar ablehnt.
00:04:35: Eines weiß ich!
00:04:37: Jesus ist Tier da wo gelitten wird.
00:04:41: Er liegt mit dem Bettchen bei dem kleinen kranken Baby und der ist beim Sterbenden auf der Intensivstation Und ich vertraue darauf dass er da ist auch wenn ich nichts tun kann außer da sein und das Leiden mit aushalten.
00:05:01: Und wenn ich doch mehr tun darf, vielleicht sogar ein Gebet oder ein Segen sprechen – dann schenkt Gott selbst mir die Worte dazu!
00:05:12: Ich wünsche uns dass wir heute an diesem Tag und auch in der kommenden Woche einen Blick haben für die Menschen, die uns begegnen.
00:05:23: Oder dass wir es ernst nehmen, wenn uns jemand irgendwie nicht aus dem Kopf geht Machen wir es wie der barmherzige Samariter von dem Jesus im Gleichnis erzählt.
00:05:35: Sehen wir nicht weg!
00:05:37: Lassen wir uns unterbrechen für die Menschen, die uns brauchen.
00:05:43: Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern oder Schwestern getan habt – das habt Ihr mir getan, sagt Jesus.
00:05:51: und in diesen Momenten bei diesen Menschen begegnen wir Gott und feiern Gottesdienst mitten im Alltag.
00:06:00: Herzliche Grüße Magdalene Schüsselin, Seelzäugerin am Uniklinikum Tübingen.
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