26 09 02 Magdalene Schüsselin
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen zur Tübinger Telefonandacht.
00:00:05: Welche Vorstellung haben wir von einem guten, glücklichen Leben?
00:00:11: Welche Begriffe würden wir wählen um ein gutes Leben zu beschreiben?
00:00:17: Vielleicht diese Reich schön stark erfolgreich gesund angesehen beliebt?
00:00:31: für das Leben Jesu Passen diese Beschreibungen gar nicht.
00:00:37: Sein Leben kann man beschreiben mit Begriffen wie arm, klein, einfach, schwach, verspottet, leidend, verachtet.
00:00:54: Paulus schreibt im ersten Korridorbrief, Vers.
00:00:57: twenty-eight dem heutigen Losungstext was gering ist vor der Welt und was verachtet.
00:01:05: Das hat Gott erwählt.
00:01:08: Was nichts ist, damit er zu nichte machen was etwas isst.
00:01:14: Gott stellt immer wieder unsere menschlichen Vorstellungen auf den Kopf.
00:01:20: Mose ein gesuchte Verbrecher der außerdem von sich sagt dass er nicht gut reden kann und nie die richtigen Worte findet verhandelt im Auftrag Gottes mit dem Fahrer Ohr und führt das Volk Gottes in die Freiheit.
00:01:37: David Ein armer Schafhirte wird zum König gewählt.
00:01:43: Maria, ein junges unverheiratetes Mädchen aus armen Verhältnissen wird die Mutter Jesu!
00:01:51: So gibt es in der Bibel zahlreiche Beispiele, die unsere Erfolgs- und Bewertungssysteme auf den Kopf stellen.
00:02:01: Wissen Sie warum die Finnen seit Jahren das glücklichste Volk sind?
00:02:06: Einer der Hauptgründe ist wohl dass die Menschen in Finnland gleicher sind.
00:02:13: Das heißt, es gibt keine so starken gesellschaftlichen Unterschiede wie bei uns.
00:02:20: Ein Arbeiter verdient wesentlich mehr – ein Topmanager wesentlich weniger.
00:02:27: Väter verbringen genauso viel Zeit mit ihren Kindern als die Mütter und alle Kinder gehen neun Jahre lang in dieselbe Schule.
00:02:37: Sicher ist auch nicht in Finnland alles gut und perfekt aber es fängt doch schon sehr früh an dass Kinder einander bewerten sich gegenseitig ausgrenzen.
00:02:49: Und da hilft es doch, wenn eine Gesellschaft schon früh gegensteuert!
00:02:58: Vielleicht kennen Sie die Geschichte über die Holzpuppe Punginello von Max Luccedo.
00:03:05: Punginello lebt im Volk der Wemmicks.
00:03:10: Bei diesem Volk trägt jeder und jede eine Schachtel mit goldenen Sternen- und grauen Punkten mit sich herum Und die Leute tun nichts anderes, als sich gegenseitig Sterne oder Punkte anzustecken.
00:03:23: Sterne bekommen die Schönen und Erfolgreichen.
00:03:27: Punkte bekommen diejenigen, die nicht schön aussehen – und denen nichts gelingt!
00:03:33: Puccinello bekommt nur Punkte….
00:03:36: …und ist deswegen sehr
00:03:37: unglücklich.".
00:03:39: Eines Tages begegnet ihm Lucia.
00:03:42: Das Wemmichmädchen hat komischerweise weder Sterne noch Punkte.
00:03:47: Sie halten bei ihr nicht und fallen einfach von ihr ab.
00:03:51: Und sie erklärt Puccinello, dass dies daran liegt, daß sie jeden Tag den Holzschnitt zur Elie besucht.
00:03:59: Puccinello lernt Elie kennen und ist sehr erstaunt, das Elie ihn schon kennt und schon erwartet
00:04:04: hat.".
00:04:04: – Natürlich kenne ich dich", sagt Elie.
00:04:08: Ich habe dich ja gemacht!
00:04:11: Er sieht ihn liebevoll an und sagt,"Es sollte dir egal sein was die anderen Wemmicks denken".
00:04:18: Es ist nur wichtig, was ich denke.
00:04:22: dass du einzigartig bist und Du bist mir wichtig.
00:04:27: Und als Eli den kleinen Puccinello liebevoll in den Arm nimmt, da fallen die grauen Punkte einfach ab!
00:04:37: Eine schöne Geschichte, die beschreiben möchte woher auch unser Wert kommt – nämlich von dem der uns gemacht hat.
00:04:48: Sein liebevolles Ansehen macht uns wertvoll was die Menschen denken wie sie wählen unbewerten.
00:04:55: Das zählt vor Gott nicht.
00:04:58: Und so jubelt auch Maria in ihrem Lobgesang, der Magnifik hat nachdem der Engel ihre Geburt Jesu verkündigt hat?
00:05:07: Ich lobe den Herrn aus tiefstem Herzen!
00:05:10: Alles in mir jublt vor Freude über Gott meinen Retter, denn er wendet sich mir zu obwohl ich nur seine unbedeutende Dienerin bin.
00:05:20: Denn Gott, der mächtig ist, hat Großes an mir getan.
00:05:24: Er hebt seinen starken Arm und fegt die Überheblichen hinweg.
00:05:57: damit er zur Nichte mache, was etwas ist.
00:06:02: Herzliche Grüße!
00:06:03: Magdalene Schüsselin, Seelsorgerin am Uniklinikum Tübingen.
Neuer Kommentar