26 09 05 Peter Rostan
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich Willkommen zur Tübinger Telefonandacht.
00:00:02: Heute hören wir auf Seil'n-Fünfundzwanzig Vers drei.
00:00:06: Keiner wird zu schanden, der auf dich haret!
00:00:10: Aber zu schanten werden die leichtfertigen Verechter.
00:00:15: Seil'm Fünfundwanzig gilt als Gebet David.
00:00:18: Da spricht ein Mensch zu Gott, der bedrängt ist und nicht mehr weiter weiß.
00:00:22: Er hat Angst vor seinen Feinden aber er sieht auch die eigenen Fehler und deshalb bittet genauso auch um Vergebung und um Führung.
00:00:32: Herr, zeige mir deine Wege!
00:00:34: Und leere mich deine
00:00:36: Steige!".
00:00:38: Das ist für mich der Kernfers von Pseilenvonzwanzig.
00:00:42: David möchte ihr nicht bloß aus einer schwierigen Lage herauskommen – er möchte auf Gottes Weg bleiben.
00:00:49: Damit zeigt der Psalm was mit dem Haren auf Gott gemeint ist.
00:00:55: Ausharren heißt hier nicht untätig da zu sitzen.
00:00:59: Nein, es bedeutet dran zu bleiben.
00:01:01: Beherrlich zu sein und dabei aber auch auf Gott zu warten!
00:01:06: Ich weiß vielleicht noch keine Lösung, aber ich laufe Gott nicht davon.
00:01:10: Vertraue darauf das er mir seinen Weg zeigt und mich nicht fallen lässt.
00:01:15: Keiner wird zu schanden der auf dich herrt.
00:01:19: Zu schanden werden bedeutet auch nicht dass einem Menschen jetzt jede Enttäuschung, jede Niederlage oder jedes Leiden erspart bleibt.
00:01:28: Wer auf Gott vertraut, kann krank werden, kann verletzt werden oder schwere Zeiten erleben.
00:01:34: Aber dieses Vertrauen wird am Ende nicht als Irrtum dastehen.
00:01:38: Denn Gott lässt den nicht ins Leere fallen der sich an ihn hält.
00:01:44: Im Psalm XXV wie auch in anderen Psalmen ist von Feinden die Rede.
00:01:50: Wir sollten dabei nicht nur an bestimmte Menschen denken, denn die Feinde in den Salmgebeten stehen für sehr unterschiedliche Formen der Gegnerschaft.
00:01:58: Für Menschen, die einem schaden wollen – für Unrecht und Verleumdung aber auch für innere Angst und Verzweiflung, für Versuchungen, für alles was uns von Gott abbringen will.
00:02:10: sogar eine Krankheit kann wie ein Feind erlebt und beschrieben werden.
00:02:15: Schließlich greift sie nicht nur den Körper an, sie nimmt Kraft und Lebensmut.
00:02:21: Und kann unser Vertrauen
00:02:22: erschüttern.".
00:02:24: Also ein Feind ist im Gebet der Psalmen alles was das Leben bedrängt und sich zwischen Gott und uns Menschen stellen will.
00:02:35: Hier in diesem Pferd geht es um leichtfertige Verächter!
00:02:40: Nun, leichtfertig ist wer Treue gering achtet.
00:02:43: Wer Vertrauen preis gibt sich von dem abwendet worauf doch Verlass sein sollte.
00:02:50: Verachten ist noch schlimmer als Verrat.
00:02:55: Beides beginnt gar nicht mit einer dramatischen Tat.
00:02:58: Es kann schon dort anfangen wo ein Mensch Gottes Wort hört und sich davon berühren lässt aber keine Wurzeln schlägt.
00:03:07: Dazu passt das Gleichnis Jesu vom Seemann, dass im Leertext dem Losungsbuch aufgegriffen wird.
00:03:14: Jesus sagt nämlich über den Samen der auf den Felsen fällt.
00:03:19: Die auf den felsen sind die wenn sie es hören nehmen Sie das Wort mit Freuden an aber sie haben keine Wurzel.
00:03:26: eine zeitlang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.
00:03:33: Merken Sie es geht hier um eine fehlende Beständigkeit.
00:03:37: Das Wort Gottes wird mit Freude aufgenommen, aber wenn Anfechtung kommt.
00:03:42: Wenn das Vertrauen etwas kostet hält der Glaube nicht Stand.
00:03:46: Er hat dann keine Wurzeln.
00:03:49: Der Gegensatz im Zahlen wird dadurch verständlicher.
00:03:51: Auf der einen Seite stehen die, die auf Gott harren Die auch in schweren Zeiten bei ihm bleiben Und auf der anderen Seite eben die die leichtfertig die Treue aufgeben und sich abwenden Und ich denke, wir sollten diesen Pferd nicht vorschnell auf andere Menschen beziehen.
00:04:10: Der Psalm lädt uns ein auch das eigene Herz zu prüfen – wie tief reicht denn unser Vertrauen?
00:04:16: Bleiben wir bei Gott wenn wir warten müssen?
00:04:19: Halten wir unseren Sein Wort, auch wenn es nicht sofort Trost oder eine Lösung bringt?
00:04:26: Oder wenden wir uns ab sobald der Weg schwierig wird!
00:04:30: Noch mal David betet Herr zeige mir deine Wege.
00:04:35: Er weiß, dass Treue eben nicht allein aus der eigenen Kraft kommt.
00:04:39: Gott selbst muss uns führen!
00:04:41: Er muss uns lehren und festhalten.
00:04:45: Und darum dürfen auch wir bitten – Herr lasst dein Wort in mir Wurzeln schlagen, bewahre mir mich davor dich leichtfertig zu verlassen.
00:04:54: Halte mich fest, auch dann wenn Angst oder Krankheit, Enttäuschung oder Versuchungen mich von dir wegziehen
00:05:01: wollen.".
00:05:03: Und deshalb ist Psalm twenty-fünf eben nicht nur ein Gebet um Schutz vor den Feinden draußen.
00:05:08: Es ist auch ein Gebeet, um Bewahrung vor Untreue im eigenen Herzen und das aus der Gewissheit heraus, dass wir einen Gott haben, der Vergebung schenkt.
00:05:20: Denn unsere Hoffnung ruht nicht auf unserer eigenen Standhaftigkeit sondern auf der Treue Gottes!
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