26 09 12 Peter Rostan

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich begrüße Sie zur Tübinger Telefonandacht mit einem Pferd aus dem fünften Buch Mosel.

00:00:05: Er steht heute im Losungsbuch.

00:00:08: Hütet Dich nur und bewahre Deine Seele gut, dass Du nicht vergisst was Deine Augen gesehen

00:00:13: haben.".

00:00:15: Mosel erinnert das Volk daran woher es kommt und was Gott mit ihm getan hat?

00:00:20: Ja, das Fünfte Buch Moses ist überhaupt ein großes Buch der Erinnerung!

00:00:25: Noch einmal wird dem Volk seine Geschichte erzählt.

00:00:28: Noch einmal wurde ihm Gottes Gebot vor Augen gestellt, noch einmal wird der Bund bekräftigt.

00:00:36: In seiner heute vorliegenden Gestalt ist dieses Buch stark von der Zeit des Exiles und den Jahren danach geprägt.

00:00:44: Israel hatte damals eine Katastrophe hinter sich.

00:00:47: Der Tempel lag in Trümmern Jerusalem war zerstört So viele Menschen waren verschleppt worden.

00:00:54: und dann stellt ihr sich die Frage, was trägt denn jetzt wenn so vieles weggebrochen ist?

00:01:00: Und die Antwort lautet erinnert euch.

00:01:04: Vergess eure Geschichte mit Gott nicht!

00:01:08: Und dabei geht der Blick zurück zum Sinai also zum Horep wie der Berg im fünften Mosebuch genannt wird.

00:01:15: Dort hatte Israel eine überwältigende Gotteserfahrung gemacht.

00:01:20: Wenig später heißt es in der Bibel, Der Berg brannte mit Feuer bis mitten in den Himmel hinein.

00:01:26: Das ist für ein beeindruckendes Bild!

00:01:29: Jetzt steht der ganze Berg in Flammen.

00:01:31: Da klingt natürlich die Geschichte von Mose mit.

00:01:34: Am Anfang seiner Berufung hatte Mose Gott schon einmal im Feuer erfahren am Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt.

00:01:44: Dort hörte er Gottes Stimme und erfuhr, das hier ist heiliger Boden.

00:01:51: Später kommt ein Mose mit dem ganzen Volk Israel wieder an den Gottesberg und wieder es da in Feuer.

00:01:56: Gott spricht jetzt zu seinem Volk nicht mehr nur zu dem einzelnen Mose und gibt ihm seine Gebote.

00:02:05: Also im Rückblick des fünften Mosebuches verdichten sich diese Erfahrungen zu einem ganz gewaltigen Bild.

00:02:12: Jetzt steht gleichsam der ganze Berg in Flammen.

00:02:16: Er ist der brennende Dornbusch, jetzt der bennende Berg.

00:02:20: Was Mose zunächst persönlich erlebt hatte wird zur Erfahrung des ganzen Volkes.

00:02:27: Natürlich steht das Feuer für die geheimnisvolle Gegenwart Gottes.

00:02:32: Gott ist da aber er bleibt unverfügbar.

00:02:35: Er ist heilig.

00:02:37: Man kann ihn nicht sehen oder festhalten Aber man hört seine Stimme.

00:02:45: Der brennende Berg ist wie ein großes Ausufungszeichen.

00:02:49: Vergess nicht, wer damals zu Euch gesprochen hat!

00:02:52: Erinnert Euch daran!

00:02:55: Hüte Dich nur und bewahre Deine Seele.

00:02:57: gut, dass Du nicht vergisst was Deine Augen gesehen haben.

00:03:01: Ja selbst eindrückliche Erfahrungen können wir offenbar vergessen Nicht unbedingt so das sie völlig aus dem Gedächtnis verschwinden.

00:03:10: aber da schieben sich andere Dinge davor Termine, Nachrichten vielleicht auch Sorgen und irgendwann leben wir so als hätten wir diese Erfahrungen mit Gott nie gemacht.

00:03:22: Darum heißt es auch weiter Sorge dafür dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang Und tu es deinen Kindern und Kindeskindern kund.

00:03:35: Offensichtlich braucht der Glaube Erinnerung und dann steht er ja noch dieser zweite Gedanke bewahre deine Seele gut.

00:03:45: Ich finde das erstaunlich aktuell.

00:03:47: Unsere Seele ist ständig irgendwelchen Eindrücken ausgesetzt, ich denke an Videos Nachrichten Werbung Soziale Medien.

00:03:56: Immer noch ein Bild Noch eine Meldung Auch noch einen Streit.

00:04:02: Nicht alles davon tut unserer Seele gut.

00:04:05: Manches macht uns fahrig und unkonzentriert Und andere Bilder können uns regelrecht verletzen.

00:04:12: Bilder von Gewalt Auch manches Bild von menschlichem Elend bekommt man kaum wieder aus dem Kopf.

00:04:21: Natürlich geht es nicht darum jetzt die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen, aber wir müssen uns nicht allem aussetzen.

00:04:30: Bewahre deine Seele gut!

00:04:32: Für mich ist das so etwas wie eine biblische Erlaubnis zur seelischen Hygiene Ich darf entscheiden, was sich an mich heranlässt.

00:04:40: Ich muss nicht jedes Video sehen – nicht jede Nachricht zehnmal verfolgen!

00:04:47: Denn genauso wie unser Körper von dem lebt, was wir ihm zuführen, lebt doch auch unsere Seele von dem womit wir sie ernähren.

00:04:56: und vielleicht ist das eine kleine Aufgabe für heute.

00:05:00: Hüten Sie Ihre Seele ein wenig?

00:05:02: Lassen Sie sich nicht wahllos auf alles ein, holen sie stattdessen eine Erinnerung hervor bei der sie sagen können ja da ist Gott mir begegnet.

00:05:12: Da hat er mich begleitet, da hat er vielleicht auch bewahrt und ich habe etwas von seiner Güte gesehen.

00:05:20: Hüte dich nur und bewahre deine Seele.

00:05:23: gut dass du nicht vergisst was deine Augen gesehen

00:05:26: haben.".

00:05:27: Mit herzlichem Gruß aus Gomeringen.

00:05:29: ihr Peter Rostan.

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