26 09 26 Peter Rostan

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich Willkommen zur Tübinger Telefonandacht.

00:00:04: Haben Sie es gewusst, in der antiken Welt hat man den vier Himmelsrichtungen vier Farben zugeordnet?

00:00:11: So hat man sich die Welt sortiert!

00:00:12: Der Norden war schwarz, der Süden rot, der Westen weiß und der Osten blau oder grün.

00:00:21: Und bis heute begegnen uns Spuren davon im Namen wie dem Schwarzen Meer oder den südlich davon liegenden Roten Meer.

00:00:30: Also die Weltkarte der Menschen sah damals anders aus als unsere.

00:00:35: Niemand hatte einen Globus vor Augen, niemand wusste von Amerika oder Australien?

00:00:40: Die bekannte Welt hatte irgendwo einen Rand – einen Horizont hinter dem man nicht wusste wie es weitergeht.

00:00:49: Eine solche Vorstellung steckt auch hinter dem Pferd aus dem Prophetenbuch Sakhaya, der heute im Losungsbuch steht.

00:00:57: Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum anderen und vom Strom bis an die Enden der Erde.

00:01:05: Mit dem Strom ist wahrscheinlich der große Euphrat gemeint, von einem Meer bis zum anderen heißt einfach soweit ihr euch die Welt vorstellen könnt – und noch darüber hinaus!

00:01:19: Normalerweise begegnet uns dieser Abschnitt aus dem Sakaya-Buch in der Adventszeit.

00:01:24: Unmittelbar davor steht Du Tochter Ziehe und freue dich sehr.

00:01:28: Dein König kommt zu Dir Ein gerechter und ein helfer Arm und reitet auf einem Esel.

00:01:35: Als Christen hören wir darin natürlich die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem, der König kommt aber eben nicht hoch zu Ross – nicht mit einer Armee hinter sich sondern auf einem Esel!

00:01:48: Und dann beschreibt Sahaja was denn geschieht wenn dieser König herrscht?

00:01:54: Die Streitwagen werden abgeschafft.

00:01:57: Die Kriegsrosse verschwinden.

00:02:00: Die Pferde werden also abgeschirrt und weiden irgendwo dann friedlich auf den Feldern.

00:02:06: Und die Kriegsbögen werden zerbrochen!

00:02:10: Nun, Pferden und Streitwagen waren damals modernes Kriegsgerät – aber wo dieser König regiert, werden sie nicht mehr gebraucht.

00:02:21: Denn ….

00:02:22: und jetzt kommt der entscheidende Satz Er wird Frieden gebieten, den Völkern.

00:02:29: Gottes Herrschaft und der Friede, sie gehören zusammen.

00:02:33: Und das ist nicht selbstverständlich!

00:02:36: Denn wenn Menschen ihre Herrschaft ausweiten wollen, dann endet es allzu oft nur in Gewalt- und Krieg.

00:02:43: Aber bei Gott ist es genau umgekehrt – je mehr seine Herrschaft Raum gewinnt, desto weniger Raum bleibt für Gewalt.

00:02:52: Am Ende steht nicht der stärkste Streitwagen da sondern der König auf dem Esel.

00:02:59: was für ein starker Kontrast.

00:03:03: Und diese Friedensvision finden wir ja schon im alten Testament, Gottes endgültige Herrschaft wird hier eben nicht als sein großes Gemetzel beschrieben bei dem am Ende nur noch die richtigen und die wahren übrig bleiben sondern es wird beschrieben als Entwaffnung.

00:03:20: Streitwagen werden abgeschafft Kriegsbogen zerbrochen und den Völkern wird Frieden zugesprochen.

00:03:28: Wissen Sie, mir tut diese Hoffnung sehr gut.

00:03:31: Gerade in unserer Zeit!

00:03:33: Wir erleben wie wieder aufgerüstet wird.

00:03:35: Wir hören von Raketen, von Drohnen, von Panzern Kriegen, Drohungen Angst vor neuen Konflikten Das alles gehört doch schon fast jeden Tag zu unseren Nachrichten Und manchmal könnte man denken das wird wohl immer so weitergehen.

00:03:51: Aber Sakhaja widerspricht Die Bibel widerspricht.

00:03:56: Nein Krieg hat nicht das letzte Wort, Gewalt ist nicht das Ziel der Geschichte.

00:04:01: Gottes Ziel ist Frieden!

00:04:05: Noch ist diese Welt nicht da – das merken wir jeden Tag.

00:04:08: aber wir dürfen auf sie hoffen und wir können heute schon etwas von dieser kommenden Welt sichtbar machen indem wir Frieden suchen, indem wir Streit beilegen einander zuhören Nicht jedes böse Wort mit einem noch böseren Beantworten.

00:04:24: Wir sind damit schon gewissermaßen Leuchtpunkte des Lichtes der Ewigkeit.

00:04:30: Das gibt uns Würde, das gibt uns einen ungeheuren Auftrag!

00:04:35: Ja die Menschen zur Zeit Sahayas kannten nur einen kleinen Ausschnitt unserer Erde aber ihrer Hoffnung war erstaunlich groß.

00:04:43: Er wird Friedengebieten den Völkern und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum anderen und vom Strom bis an die Enden der Erde Also bis zum entferntesten denkbaren Ort.

00:04:57: Was für eine Hoffnung!

00:05:00: Und wie gut tut sie in so unruhigen Zeiten?

00:05:04: Es grüßt Sie herzlich, Ihr Peter Rostan aus Gomeringen.

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