26 09 28 Michael Knöller
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen zur Tübinger Telefonandacht am Montag, dem XXVIII.
00:00:05: September!
00:00:07: Die Losung des heutigen Montags steht im Buch des Propheten Hosea, Kapitel II, Vers.
00:00:13: XXI.
00:00:15: Ich will dich mir verloben auf ewig.
00:00:18: ich will mich dir verloben in Gerechtigkeit und Recht In Gnade und Barmherzigkeit.
00:00:25: die Verlobung als Vorlauf für die Ehe ist wieder im Kommen.
00:00:30: Ich will dich mir verloben auf Ewig?
00:00:33: Gott und Israel also miteinander verlobt wie ein Ehepaar.
00:00:39: So taucht in der heutigen Losung die Gästriege wieder auf, wo es ja auch schon um die Liebesbeziehungen zwischen Gott und seinem Volk ging – einer sehr wechselhaften Liebes-Beziehung aus Zuwendung und Abwendung, Aus Treue und Verrat, Aus Nähe und Distanz.
00:00:57: List man den Zusammenhang der Losung merkt man Das, was da Gott durch seinen Propheten Hosea Israel auf den Kopf zusagt, ähnelt sehr stark dem, was gestern der Prophet Samuel Israel zu sagen hatte.
00:01:12: Nur noch mal gesteigerter, noch flammender, noch leidenschaftlicher, noch provokanter!
00:01:21: Damit nimmt Hosea eine einzigartige Stellung unter den Propheten ein, da lehnt er sich für uns weit vielleicht zu weit aus dem Fenster.
00:01:30: Denn er schildert Gott als einen leidenschaftlichen ja sogar rasend eifersüchtigen Liebhaber der seine Frau sein Volk Israel wegen des Ehebruchs mit anderen Göttern wüst beschimpft sie öffentlich demütigt zur Strafe in die Wüste verstoßen will damit Sie sieht was sie davon hat Und die Konsequenzen ihres Verrats an seiner Liebe wird tragen müssen.
00:01:55: Für unsere heutigen Ohren ist das schon sehr starker Tobak und eine ziemliche Zumutung.
00:02:03: Anders aber als gestern, wird gerade so durch die Schilderung des überscheumten Zorn Gottes die Leidenschaft seiner Liebe deutlich!
00:02:12: Gott hält sich nicht vornehm zurück, weil er sich nicht zurückhält.
00:02:17: Weil er immer alles gibt, sich ganz und gar in den Bund mit seinem Volk, mit seinen Menschen hineingibt.
00:02:24: Genau wie gestern bleibt Gott aber über jede Enttäuschung hinweg dem Bund der hier als Ehebund geschildert wird treu!
00:02:32: Und damit bleibt es sich selbst treu, weil Gott Liebe ist.
00:02:37: Ich will dich mir verlogen auf ewig.
00:02:40: Ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit.
00:02:48: Der Satz scheint auf diesem Hintergrund keinen Sinn zu machen denn die Ehe besteht ja schon.
00:02:54: Und müsste es nicht korrekt heißen ich will mich mit dir verlogen?
00:02:59: Nein!
00:02:59: Die Worte machen Sinn Denn Verloben kommt von öffentlich Gelobem Sich vor allem sich öffentlich zu einem anderen Menschen bekennen Und das tut Gott hier.
00:03:12: Trotz aller enttäuschende Erfahrung bleibt er mit Israel, bleibt er sein Menschen im Bund – lebt sich auf sie fest für immer und ewig!
00:03:23: Nun ist ja die Frage schnell beantwortet was der Grund einer Beziehung der Grundeiner Ehe sein soll.
00:03:30: Liebe?
00:03:30: Was sonst?
00:03:32: Ja aber was heißt das konkret?
00:03:34: Wie genau soll die Liebe gelebt werden?
00:03:37: Was soll der Grund?
00:03:38: Was soll die Grundlage des Zusammenlebens sein?
00:03:42: Da sagt Gott, Liebe zeigt und äußert sich in Gerechtigkeit und Recht.
00:03:48: In Gnade und Barmherzigkeit.
00:03:51: Jede und jeder soll in der Beziehung zu seinem, zu ihrem Recht kommen.
00:03:57: Und Gnades und Barms Herzlichkeit bedeutet den anderen zu geben was dieser Mensch ein Leib und Seele braucht, sich um den anderen zu kümmern, sich dessen Belange, Nöte und Notwendigkeiten zu Herzen gehen zu lassen.
00:04:12: Ich will dich mir verloben auf Ewig!
00:04:14: Ich will Dich mir ver loben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und
00:04:19: Barmherzigkeit.".
00:04:21: So können Beziehungen gelingen – das ist es, was sich Gott wünscht?
00:04:25: Das ist es woran wir erkennen dass wir uns mit ihm im Bund sehen liebevoll verbunden sind.
00:04:32: Es geht darum, die Liebe zu leben und liebevollzuleben.
00:04:37: Ich wünsche Ihnen einen guten und wenn es sein darf leichten Tag!
00:04:41: Ihr Pfarrer Michael Knöller Frondorf.
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