26 10 10 Peter Rostan
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich begrüße Sie herzlich.
00:00:01: zur Tübinger Telefonandacht.
00:00:03: Ist denn die Hand des Herrn so kurz?
00:00:06: So fragt Gott den Mose im vierten Buchmose, diesen Pferd finden wir heute im Losungsbuch.
00:00:13: Nun der Zusammenhang damals ist ziemlich handfest.
00:00:16: es geht um ein Ernährungsproblem in der Wüste.
00:00:20: das Volk Israel ist unterwegs weit weg von Ägypten und jetzt beginnen die Menschen zu murren.
00:00:26: Sie erinnern sich zurück an Ägypten, dort waren sie zwar Sklaven gewesen aber in ihrer Erinnerung gab es wenigstens genug zu essen.
00:00:35: Wer weiß vielleicht verklärte sich auch manches.
00:00:39: Jetzt sind sie jedenfalls frei Aber laufen durch die Wüste Und sie haben Hunger.
00:00:45: Vor allem wollen sie endlich mal wieder Fleisch essen.
00:00:50: Gott kündigt Moser an Ja ihr sollt Fleisch bekommen und zwar nicht nur einmal sondern einen ganzen Monat lang.
00:00:58: Und da wird Mose zum Realisten, denn er rechnet nach.
00:01:02: Sechshunderttausend Männer sind hier unterwegs.
00:01:05: Frauen und Kinder sind noch gar nicht mit eingerechnet!
00:01:08: Wie soll das gehen?
00:01:10: Selbst wenn man alle Schafe-und Rinder jetzt schlachten würde, würde das
00:01:15: reichen?!
00:01:17: Mose kann sich schlicht nicht vorstellen wie Gott dieses Versprechen erfüllen will – und darauf antwortet Gott mit diesem Einsatz.
00:01:25: ist dann die Hand des Herrn zu kurz….
00:01:30: Ich finde diese Frage erstaunlich aktuell.
00:01:32: Auch wir stehen ja vor Problemen, bei denen wir anfangen zu rechnen und bei denen einem ganz schwindelig wird.
00:01:39: In den letzten Tagen habe ich einiges über unsere sogenannte demografische Entwicklung gelesen – zu wenig Kinder und immer mehr ältere Menschen, weniger Menschen die arbeiten und Beiträge bezahlen und mehr Menschen, die von diesen Beiträgen leben müssen.
00:01:54: Wie soll das auf Dauer funktionieren?
00:01:58: Natürlich braucht es dafür Lösungen, mutige Lösungen sogar und es braucht politische Klugheit.
00:02:04: Und die Bereitschaft auch unbequeme Entscheidungen zu treffen!
00:02:08: Und vielleicht braucht es gerade von uns Älteren auch die Bereitschaft bei den eigenen Versorgungsansprüchen auch an die Jüngeren zu denken?
00:02:18: Eine Gesellschaft kann auf Dauern nicht funktionieren wenn jede Generation vor allem darauf achtet was für sie selbst heraus springt.
00:02:27: Aber mitten in solche nüchternen Überlegungen hinein höre ich diesen Satz.
00:02:33: Ist denn die Hand des Herrn zu kurz?
00:02:36: Das heißt ja nicht, legt die Hände in den Schoß – Gott wird es schon irgendwie richten!
00:02:41: Mose musste weiterhin führen, musste organisieren und Verantwortung übernehmen.
00:02:47: Aber er sollte das in einer anderen Haltung tun, ihn vertrauen darauf dass er eben nicht allein verantwortlich ist für die Zukunft dieses
00:02:54: Volkes.".
00:02:57: Und ich denke, das brauchen wir auch heute.
00:02:59: Wir müssen rechnen, planen, vorsorgen und Verantwortung übernehmen – aber wir müssen nicht in den Panikmodus verfallen!
00:03:07: Unser Land, ja unsere Welt, sie fallen nicht aus Gottes Hand.
00:03:11: Auch dann nicht wenn wir heute noch nicht wissen wie manche Probleme in zwanzig oder dreißig Jahren gelöst werden können….
00:03:19: Und dieser Satz von der Hand des Herrn, die eben nicht zu kurz ist gilt auch für die Länder in denen Versorgungsprobleme schon längst bittere Realität sind bis hin zur Hunger- und Unterernährung.
00:03:33: Sie brauchen unseren Einsatz und unsere Unterstützung.
00:03:37: Gott vertrauen ist kein Ersatz für Hilfe aber es bewahrt uns davor so zu handeln als hinge alles allein an uns.
00:03:48: Ist denn die Hand des Herrn zu kurz?
00:03:50: Nein.
00:03:52: Gott kann!
00:03:54: Gott kann Menschen berufen, kann Wege öffnen, die wir noch nicht sehen.
00:03:57: Er kann versorgen und er kann auch Wunder
00:04:01: tun.".
00:04:03: Im Neunthestament begegnet uns das bei Jesus – er versorgte tausende Menschen mit Brot.
00:04:09: Und als sein Jünger mit ihrem Boot in einen Sturm gerieten, da erlebten sie dass sogar Wind- und Wellen ihm gehorchten.
00:04:17: So lesen wir es im zugehörigen Lehrtext, im Losungsbuch.
00:04:22: Vielleicht ist das ja die richtige Ermutigung für diesen Tag heute.
00:04:27: Rechnen wir ruhig!
00:04:28: Denken wir nüchtern!
00:04:30: Übernehmen wir Verantwortung.
00:04:32: Aber wir rechnen dabei auch mit Gott Denn seine Hand ist nicht so kurz und nicht so klein.
00:04:40: Seine Reichweite ist größer als unser Denken.
00:04:44: Er hält die Welt in seiner Hand.
00:04:47: Es grüßt sie herzlich Ihr Peter Rostan aus Gomeringen.
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