26 11 08 Peter Rostan

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und willkommen bei der Tübinger Telefonandacht.

00:00:03: Ich grüße Sie mit dem Wochenspruch aus Matthäus V, seelig sind die Friedenstiften – denn sie werden Gottes Kind erheißen!

00:00:11: So sagt Jesus es in der berühmten Selichpreisung seiner Bergpredigt.

00:00:16: Und von allen Selich-Preisungen ist das mit Sicherheit die bekannteste.

00:00:20: Sie ist übrigens auch die einzige, die es zu einem Wochenspruch geschafft hat also zu einem Leitwort für einen Sonntag des Kirchenjahres Dieser drittletzte Sonntag, bevor dann am ersten Advent das neue Kirchenjahr beginnt.

00:00:35: Dieser drittelette Sonntage läutet zugleich eine Themenreihe ein die jedes Jahr im November einen ziemlich ernsten Grundton hat.

00:00:45: Zunächst geht es um den Frieden und dann am Volkstrauertag um die Erinnerung an die furchtbaren Schrecken der Weltkriege und schließlich am letzten Sonntags des Kirchenjares um unsere Verstorbenen.

00:00:58: Deshalb nennen wir ihn ja auch Totensondag.

00:01:02: Aber dieser Sonntag hat noch einen zweiten Namen, Ewigkeitssonntag und damit kommt etwas ganz anderes ins Spiel denn hier geht es neben der Erinnerung auch um unsere wunderbare Hoffnung auf das ewige Leben.

00:01:17: Ja, wir können sogar sagen um die Vorfreude auf das was Gott uns versprochen hat Und ich finde darin liegt ja auch die Verbindung zu unserer heutigen Seelichpreisung vom Frieden Denn Frieden ist in der Bibel mehr als nur ein Waffenstillstand, mehr als eine Kapitulation oder das Zähne knirschende Beilegen eines Konfliktes.

00:01:40: Frieden heißt in der Bible Shalom und dieses hebräische Wort beschreibt das ganze Heil nachdem wir Menschen uns sehen.

00:01:50: Und zum Shalom gehört auch Gerechtigkeit.

00:01:53: Shalom ist wenn Beziehungen gelingen, wenn Menschen ineinander vertrauen können wenn Arbeit gelingt und Früchte trägt, wenn keiner mehr den anderen ausbeutet – bedrängt, benachteiligt.

00:02:06: Wenn Menschen miteinander leben können ohne ständig Angst haben zu müssen!

00:02:12: Und ich finde es so schön dass Jesus in dieser Seelichpreisung den Frieden mit der Gotteskindschaft verbindet.

00:02:19: Selig sind die Friedenstiften denn sie werden Gotteskinder heißen.

00:02:26: Kinder sind ja eigentlich ein wunderbares Bild für eine friedliche Lebensweise.

00:02:31: Sie sind offen und gradlinig, begegnen anderen oft mit einem erstaunlichen Grundvertrauen und können eine unbeschwerte Lebensfreude ausstrahlen – jedenfalls dann wenn sie in einer behüteten und gesunden Umgebung aufwachsen durften.

00:02:46: Dass das leider nicht für alle Kinder selbstverständlich ist wissen wir nur zu gut!

00:02:53: Aber ich denke darin steckt ein schöner Gedanke, wer Friedenstifte zeigt etwas von dieser Offenheit.

00:02:59: Diesem Vertrauen, dieser Freude am Leben und Jesus sagt solche Menschen dürfen sich glücklich schätzen sie werden Gottes Kinder heißen.

00:03:09: Das Frieden Stiften muss dabei gar nichts besonders großes sein.

00:03:13: Manchmal gelingt es ja schon durch eine kluge Vermittlung zwischen Menschen die sich zerstritten haben manchmal durch ein versöhnliches Wort und oft auch einfach nur durch ein freundliches Wesen, das anderen hilft wieder aufeinander zuzugehen.

00:03:29: Überall dort wird schon ein kleines Stück von dem Shalom sichtbar den Gott uns für seine Ewigkeit versprochen hat.

00:03:37: Ja man kann sagen jeder gelingende Friede ist schon eine Art Angeld – ein Vorausgeschenk auf was uns einmal erwartet!

00:03:47: Auf jene Welt in der nicht mehr die Mechtigen oder scheinbarmechtigen das Sagen haben sondern Gott selbst.

00:03:55: Und dann wird sein Friedensreich vollendet werden, von dem schon die Propheten des alten Testament immer wieder gesprochen haben – den Friedens Reich Gottes!

00:04:05: Und vielleicht dürfen wir unsere Seelichpreisungen sogar noch ein wenig weiterdenken?

00:04:10: Glücklich sind nicht nur die Menschen denen es gelingt, Frieden zu stiften, glücklich dürfen sich auch diejenigen nennen, die sich nach Frieden sehnen die unter Unfrieden leiden und darauf hoffen, dass Gott eines Tages alles zurechtbringen wird.

00:04:27: Denn die Seligpreisungen der Bergpredigt sind mehr als nur moralische Aufforderung oder schöne Lebensweisheiten.

00:04:37: Sie sind vor allem Verheißungen!

00:04:40: Jesus sagt uns wie es einmal sein wird.

00:04:43: Ja, man kann sagen die Bergpredigt ist so etwas wie die Regierungserklärung von Jesus.

00:04:48: Er beschreibt, wie es in seinem Reich zugehen wird wenn er einst sichtbar wiederkommen wird und dann werden diese leidtragen getröstet werden Und die, die nach Gerechtigkeit hungern und dursten Endlichgerechtigkeit erfahren und dann wird auch der Friede Wirklichkeit werden.

00:05:07: Nachdem wir uns heute so sehr sehen können wir schon etwas davon weitergeben.

00:05:13: Mit einem freundlichen Wort, mit der Bereitschaft auf andere zuzugehen und vor allem mit der Zuversicht dass Gott selbst eines Tages vollenden wird was uns heute oft nur in so kleinen Schritten gelingt Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Tag an dem Sie etwas von Gottes Frieden erfahren und vielleicht selbst auch ein wenig davon weiter geben könnten.

00:05:39: Ihr Peter Rostan aus Gomeringen.

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