26 10 04 Birgit Weinberger
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:01: Liebe Hörerinnen, lieber Hörern!
00:00:04: Herzlich willkommen zu Tübingertelefonanacht heute am Sonntag den vierten Oktober.
00:00:11: Mein Name ist Birgit Weinberger.
00:00:14: Ich arbeite als Gemeindediakonin in der Kirchengemeinde Lustnau in Tübingen.
00:00:20: Heute feiern wir in vielen Kirchengemeinden das Erntedankfest.
00:00:25: In Lustnauw feiern wie es zum zweiten Mal in der Scheune des Berghofes.
00:00:31: Der Berghof bietet biologische Lebensmittel aus eigener Landwirtschaft an und macht soziale und pädagogische Angebote für Schulklassen, Kindergärten und viele mehr.
00:00:43: Das finde ich ein besonders schönen Ort für unser Erntedankfest – einen Ort an den Menschen gemeinsam pflanzen und ernten … und sich um Tiere kümmern!
00:00:53: Also Gottesschöpfung bebauen und bewahren.
00:00:58: In diesem Jahr muss ich beim Feiern des Erntedankfestes auch an die große Hitze und Trockenheit denken.
00:01:06: Der ausgetrocknete Boden in unserem Garten, Ernteausfälle, Bäche, die kein Wasser mehr führen – all das kommt mir in den Sinn!
00:01:16: Wir können säen, Pflanzen hegen und pflegen, doch den Regen können wir nicht beeinflussen.
00:01:24: In diese Spannung hinein passt und spricht unsere Tageslosung.
00:01:29: Höher Führe meine Sache und erlöse mich.
00:01:34: Erquicke mich durch Dein Wort!
00:01:37: Psalm onehundertneunzehn, pfers einhundertvierundfünfzig.
00:01:42: Der Sprecher dieser Worte befindet sich in einer schwierigen Situation wie auch wir heute.
00:01:49: Wer den Vers im Zusammenhang liest erfährt dass der Betende von anderen verspottet und bedrängt wird die sich nicht mehr an Gottes Gebote halten.
00:02:00: Der Beten dem merkt, ich komme hier nicht mehr weiter.
00:02:05: Die Bitte führe.
00:02:06: meine Sache heißt jedoch nicht dass der Beten der aufgibt oder resigniert.
00:02:12: Es bedeutet das er sich die eigene Begrenztheit des Menschsein eingesteht.
00:02:18: Das gilt auch für uns.
00:02:19: Wir können Bewässerungsanlagen bauen und Wasserspeichern Aber über den Regen können wir nicht verfügen.
00:02:28: Es bleibt immer ein Rest, den wir nicht selbst in der Hand haben.
00:02:33: Dies ist aber keine Entschuldigung sondern ein ehrliches Eingeständnis.
00:02:39: Erlöse mich!
00:02:41: Das heißt für mich heute dass ich mich von der Vorstellung verabschieden muss Wir Menschen hätten alles im Griff und es würde schon irgendwie gehen.
00:02:51: Gerade dieser Sommer hat gezeigt Es geht eben nicht alles immer so weiter.
00:02:57: Wir müssen umdenken Wir müssen uns verändern.
00:03:02: Das macht Stress und erzeugt Angst!
00:03:06: Und genau das müssen wir vor Gott nicht verstecken, wir dürfen unsere Sorgen vor Gott bringen – genauso wie unseren Dank.
00:03:15: Der letzte Teil des Fehlers ist lautet «Erquicke mich durch dein Wort».
00:03:20: Hier geht es um eine Stärkung der Seele.
00:03:23: Wir brauchen nicht nur Nahrung und Wasser für unseren Körper sondern auch geistige Nahrungen.
00:03:28: gerade in schwierigen Zeiten.
00:03:31: Heute an Erntedank bringen wir unseren Dank vor Gott.
00:03:36: Und vor Gott müssen wir auch unser Sorgen nicht verstecken!
00:03:40: Herzliche Grüße und einen gesegneten Sonntag, Ihre Birgit Weinberger.
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