26 10 05 Birgit Weinberger
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Seien Sie herzlich willkommen.
00:00:02: zur Tübinger Telefonandacht, heute am Montag den fünften Oktober.
00:00:08: Ich bin Birgit Weinberger Gemeindediakonen in Tübingen-Lustnau.
00:00:14: Die Losung für den heutigen Montag steht bei erster Mose im achtzehnten Kapitel fair siebenundzwanzig.
00:00:23: ich habe es gewagt zu meinem Herren zu reden obwohl ich Asche und Staub bin.
00:00:31: Beim ersten Lesen dieses Ferses klingt er für mich heute eher befremdlich.
00:00:39: Ich habe in Kinderkirche, Jugendkreis und auch im Gottesdienst stets gehört Gott ist immer für dich da Er hört uns immer.
00:00:50: Wir können uns jederzeit an ihn wenden Und auch das Vater unser.
00:00:56: Das Gebet dass Jesus selbst uns gelehrt hat beginnt mit den Worten Vater unser, also mit einer sehr vertrauten Anrede.
00:01:09: In diesem Pferd aber spricht der Beta ganz anders zu Gott.
00:01:15: Es hört sich zögerlich an Ja als müsste er sich selbst Mut zusprechen.
00:01:23: Wenn man sich die Ereignisse davor anschaut versteht man auch warum.
00:01:28: Der Betende ist Abraham und Gott hat ihm gerade eröffnet dass er Sodom und Gomorrah wegen ihrer Schuld vernichten will.
00:01:39: Und Abraham?
00:01:42: Er wagt es nachzufragen, Abraham weiß wer er ist – ein Mensch unbedeutend vergänglich mit Fehlern.
00:01:54: Trotzdem unterwirft er sich nicht schweigend.
00:01:58: mehr noch!
00:01:59: Er beginnt mit Gott zu verhandeln fast wie auf einem arabischen Bazaar.
00:02:05: Zunächst will er fünfziggerechte vorweisen, dann vierzig dreißig bis hinunter zu zehn und mitten in dieser Verhandlung fällt an dieser Satz.
00:02:20: Ich habe es gewagt zum einem Herrn zu reden obwohl ich Asche und Staub bin.
00:02:28: Abraham zeigt uns das Wissen um das eigene Kleinsein muss uns nicht verstummen lassen.
00:02:36: im Gegenteil Gerade aus dem Eingeständnis heraus entwickelt sich ein ehrliches und mutiges Gespräch mit Gott.
00:02:48: Das ist eine tröstliche Erkenntnis, gerade heute!
00:02:52: Auch ich fühle mich wie Abraham immer wieder ohnmächtig und klein angesichts Klimawandel oder politischen Entwicklungen die ich nicht beeinflussen kann und die mich oft überrollen.
00:03:09: Doch genau dieses Wissen um unsere eigene Kleinheit muss uns nicht verstummen lassen.
00:03:16: Sie kann der Ausgangspunkt für ein ehrliches und mutiges Gespräch mit Gott sein.
00:03:22: Wir müssen nichts schweigen, wir dürfen reden.
00:03:26: Ist das nicht wunderbar?
00:03:29: Herzliche Grüße aus Lustnau.
00:03:31: Ihre Birgit Weinberger.
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