26 10 18 Peter Rostan
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen zu Tübinger Telefonandacht, heute am zwanzigsten Sonntag nach Trinitatis und wir hören auf den Wochenspruch.
00:00:08: Er steht im Prophetenbuch Michael im sechsten Kapitel.
00:00:12: Es ist dir gesagt Mensch was gut ist und was der Herr von Dir fordert Nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben Und demütig sein vor deinem Gott.
00:00:24: Ich habe es erst vor wenigen Tagen wieder mal gehört.
00:00:27: Einer sagte dazu mir Nun, ich habe mir letztlich meine eigene Religion zusammengezimmert.
00:00:33: Denn wenn du dir überall ein bisschen Wahrheit herausnimmst dann hast Du die Wahrheit entdeckt nämlich Deine Wahrheit und auf die kommt es doch an.
00:00:44: Und dein anderer sagte nun was Gott ist bestimme Ich.
00:00:50: hinter solchen Aussagen von vielen jungen Leuten steht die Befürchtung Wenn ich mich mit einer Kirche einlasse Dann muss sich in ein fertiges Gedankengebäude einziehen.
00:01:00: Nein, in eine solche Engführung möchte ich mich nicht hineinbegeben.
00:01:04: Also suche ich mir lieber das zusammen was mir am besten gefällt!
00:01:09: Was mir auch in meiner Lebenssituation gerade am meisten bringt.
00:01:14: Aber könnte es sein dass diese ja eigentlich ziemlich tapfer tönenden Aussagen gar nicht zu Ende getacht wurden?
00:01:22: Denn wenn ich behaupte alle Religionen seien in ihrem Wahrheitsgehalt letztlich gleich Dann sage ich doch damit... ...das ist Wahrheit Also eine echte, letztgültige Wahrheit gar nicht gibt.
00:01:35: Dass sich Wahrheit auflöst in etwas Subjektiven, etwas rein Persönlichem Dann gibt es vielleicht noch Gewissheit aber keine Wahrheit mehr wie es mal jemand ausgedrückt hat.
00:01:47: Aber dann kann auch nicht mehr diskutiert werden Nicht gestritten werden.
00:01:51: Ja es ist eine freundliche Haltung aber letztlich auch eine Haltung der Gleichgüldigkeit die einem da entgegenschlägt Denn wenn alles gleich gültig ist wird einem alles auch irgendwann gleichgültig.
00:02:05: Wie anders dagegen das Bibelwort aus Micha sechs?
00:02:09: Ich versuche es noch einmal in eigenen Worten, Mensch du weißt doch eigentlich worauf es ankommt!
00:02:15: Was der Herr von dir erwartet was dein Leben doch eigentlich ausmachen sollte nämlich Gottes Wort halten also sich nach dem Ausrichten was Du von Gott her bereits kennst und Liebe üben sich nach dem ausrichten, was dem anderen guttut und demütig sein vor deinem Gott dich nicht selbst zum Maß aller Dinge machen sondern dich unter Gott beugen und höher bereit sein für das, was er dir in deinem Leben zu sagen hat.
00:02:47: Denn er allein hat den Anspruch Wahrheit in dein Leben zu legen.
00:02:53: Und das hat übrigens auch ganz unmittelbar mit der Frage zu tun wie wir Gott denn erkennen können.
00:02:59: Eigentlich müssten Menschen, die einen ganz allgemeinen Wahrheitsbegriff vertreten, ehrlicherweise sagen, ich trau mich das nicht.
00:03:07: Ich will das nicht!
00:03:08: Ich wage es nicht, mich wirklich der Realität Gottes auszusetzen.
00:03:12: Denn das könnte ja womöglich anstrengend werden.
00:03:15: Es könnte mich infrage stellen oder mich auf einen Weg führen den ich jetzt noch gar nicht überschauen kann – ich will das Und ich denke, wer so redet ist ehrlicher als derjenige, der sich zurücklehnt und einfach nur sagt naja Gott überzeugt mich nicht weil er sich mir nicht genügend zeigt.
00:03:35: Weil er zu wenig Einfluss hat auf mein Leben.
00:03:37: Er ist ja soweit weg.
00:03:39: Er bleibt so auf Distanz zu mir.
00:03:43: aber bleibt er wirklich auf Distance zu dir?
00:03:47: Würde ich zurückfragen?
00:03:49: oder bleibst du nicht ganz bewusst auf Distanz zu ihm?
00:03:54: Hältst du ihn dir nicht einfach vom Leib und wundest dich dann anschließend, weshalb du so wenig von ihm erfährst?
00:04:01: Es ist dir doch eigentlich gesagt worauf es ankommt und was Gott von dir erwartet.
00:04:07: Nämlich dich nach seinem Wort zu orientieren, Liebe zu üben – und dich auch unter ihnen zu beugen also hörbereit zu sein!
00:04:15: Denn er hat dir tatsächlich etwas zu sagen….
00:04:19: Und nein, es ist nicht unter unserer Würde vor Gott demütig zu sein.
00:04:23: Im Gegenteil!
00:04:24: Das hebt uns in ein Gegenüber zu Gott hinein – in einen Gegenüber das viel von Gott erwartet und auch viel von ihm
00:04:31: empfängt.".
00:04:33: Ja ich wünsche Ihnen dass Sie in diesem Sinne empfangende Menschen sind.
00:04:37: Hör bereit?
00:04:39: Mit Sensibilität für das was Gott ihnen heute zu sagen hat.
00:04:44: Es grüßt Ihr herzlich, Herr Peter Rostahn aus Gomeringen.
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