26 11 07 Peter Rostan
Shownotes
Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.
Transkript anzeigen
00:00:00: Seien Sie herzlich willkommen zur Tübinger Telefonandacht, die uns mit dem Losungsort heute in Psalm onehundertvier hineinführt.
00:00:09: Dieser Psalme gehört zu den großartigsten Schöpfungstexten der Bibel.
00:00:14: Neben den so viel bekannteren Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibeln ist er eine der wichtigsten Quellen für das was die alttestamentliche Schö Pfungstheologie ausmacht.
00:00:27: Ja, dieser Psalm ist geprägt von einem ganz tiefen Staunen darüber wie wunderbar alles in der Natur ineinander greift und wie sich darin Gottes Macht und Gottes Wirksamkeit erkennen lässt.
00:00:41: Ein ganz ähnliches Staunenn begegnete uns übrigens auch im Buch Hierb.
00:00:46: Hierb hatte zuvor mit Gott gehadert – und das durchaus zurecht!
00:00:51: Er konnte nicht verstehen, warum Gott ihn so allein liess.
00:00:54: Warum er so viel leiden musste und warum es in dieser Welt oft so ungerecht zugeht.
00:01:00: Aber dann geschieht etwas Bemerkenswertes.
00:01:03: Gott antwortet ihm indem er ihn gewissermaßen mitnimmt auf einen großen Streifzug durch die Schöpfung.
00:01:11: Hier ob soll in den Himmel schauen?
00:01:13: Die Sterne betrachten, die gewaltigen Kräfte der Natur wahrnehmen und darüber ins Staunen kommen, wie groß und wunderbar diese Welt ist.
00:01:22: Und dabei beginnt hierob etwas zu begreifen von der Größe und auch von der Heiligkeit Gottes.
00:01:30: Seine Fragen sind damit längst noch nicht alle beantwortet aber sein Blick verändert sich erkennt, wie viel größer Gott ist als alles was wir selbst verstehen und überblicken können.
00:01:44: Genau dieses Staunenn begegnet uns in unserem heutigen Losungswort.
00:01:49: Und achten Sie drauf, der Psalmbeter spricht hier ja nicht einfach nur über Gott.
00:01:54: Er spricht Gott direkt an!
00:01:57: Es ist ein Gebet – Ein staunendes Stammeln Du machst Winde zu deinen Booten und Feuerflammen zu Deinen Dienern.
00:02:09: Da werden zwei gewaltige Naturkräfte genannt Der Sturm-und das Feuer Beides Kräfte die wir Menschen bis heute nicht wirklich beherrschen können.
00:02:19: Und ausgerechnet diese gewaltigen Kräfte werden hier mit Boten und Dienern verglichen.
00:02:25: Also gewissermaßen mit dem Hauspersonal, das ein Hausherr los schicken kann um Nachrichten zu überbringen oder auch bestimmte Aufgaben zu erledigen?
00:02:36: Was für ein großartiges Bild!
00:02:39: Was uns Menschen manchmal geradezu überwältigt ist für Gott wie ein Diener den er mit einem Auftrag losschicken kann.
00:02:49: Ich wünsche mir etwas von diesem Glauben, vom Glaubem Hierops und dem Glaubens dieses unbekannten Psalmwethers.
00:02:56: Einen Glaubenglauben der buchstäblich in den Himmel schaut und dabei noch weiterblickt bis hinein in den unsichtbaren Himmel – hinein im Gottes Reich und Ewigkeit!
00:03:08: Einen Glauben, der auch in ein wärmenes flackendes und manchmal bedrohliches Feuerschaut und dabei etwas davon erahnt, wie viel weiter Gottes Kraft reicht als unser oft so hilfloses herumgestochere in der Weltgeschichte.
00:03:28: Und ich wünsche mir, dass wir diesen Blick auch dann behalten wenn wir die Nachrichten verfolgen – und sehen was gerade in unserer Welt geschieht!
00:03:37: Denn die Bibel Erzählt nicht nur davon, dass Gott die Natur geschaffen hat und erhält.
00:03:43: Sie ist auch davon überzeugt das Gott die Geschichte dieser Welt in seinen Händen hält – dass selbst die großen politischen Mächte und die gewaltigen Umbrüche der Weltgeschichte letztlich weit hinter Gottes Macht zurückbleiben!
00:03:59: Bei den Propheten begegnet uns deshalb immer wieder der erstaunliche Gedanke, dass selbst mächtige Herrscher wie der Pharao, der Babylonische König Nebuchadneza oder der Perserkönig Kyros ja letztlich nur Werkzeuge in Gottes Hand sind.
00:04:15: Sie halten sich selbst für die Herren der Weltgeschichte aber für Gott sind es auch nur Diener und Boten.
00:04:24: Gottes Möglichkeiten reichen unendlich viel weiter Und das heißt freilich nicht, dass wir jetzt alles verstehen könnten was um uns herum geschieht.
00:04:33: Joop hat ja auch keine Antworten auf seine Fragen bekommen aber er hat neu gelernt Gott zu vertrauen.
00:04:41: Er hat entdecken können, dass Gott um seiner Selbstwillen interessant ist und nicht nur im Blick auf das was er uns schenkt womit er uns belohnt und unser Leben bereichert.
00:04:52: nein Gott ist Gott und das allein reicht schon um ihn nicht nur zu verehren, sondern ihm eben auch zu vertrauen.
00:05:02: Und vielleicht ist genau das auch für uns heute eine gute Übung wieder einmal hinaufzuschauen weg von dem was uns gerade beschäftigt und Sorgen macht, hinauf in die Weite des Himmels und dabei dran zu denken wie groß der Gott ist den wir unser Leben verdanken und auch anvertrauen dürfen.
00:05:22: In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen behüteten und vor allem von Gott Vertrauen geprägten Tag!
00:05:28: Ihr Peter Rostan aus Gomeringen.
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