26 11 04 Hildegard Renovanz-Grützmacher

Shownotes

Im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine (bekannt auch durch den Herrnhuter Weihnachtsstern) findet sich täglich neu ein Bibelwort als Hilfe und Inspiration für die Tag. Die alttestamentlichen Texte werden ausgelost, die neutestamentlichen Ergänzungen durch ein Redaktionsteam hinzugefügt.
Die Autorinnen und Autoren gestalten ihre Andachten als Ergänzung zur Lektüre des Losungsbuches. Sie stehen aber auch für sich, können also auch ohne das Losungsbuch gehört werden.

Transkript anzeigen

00:00:01: Sehen Sie herzlich willkommen zur Tübinger Telefonandacht.

00:00:06: Ich bin Hildegard Rehnovans-Kutzmacher, Pfarrerin im Ruhestand aus Gummaringen und freue mich, dass Sie heute dabei sind!

00:00:14: Als mein Sohn Christoph noch in der Schule war –in der Oberstufe– hatte er ein einschneidendes Erlebnis.

00:00:22: Er sollte ihmfach Deutsch einen Referat halten über Wilhelm Rabe, einem Schriftsteller des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts.

00:00:32: Deutsch war nicht Christophs Lieblingsfach.

00:00:35: Dementsprechend war die Lust zu diesem Referat nicht allzu groß, er verschob die Arbeit und dann reichte ihm die Zeit vorn-und hinten nicht.

00:00:48: Wir überlegten was zu tun sei.

00:00:51: Der Familienrat seine beiden Schwestern und ich rieten ihm zur Ehrlichkeit Sag einfach was passiert ist dass du die zeit falsch eingeschätzt hast.

00:01:03: Und so hatte er es gemacht.

00:01:07: Dann haute ihm sein Lehrer eine Sexreihe.

00:01:11: Wir waren empört, und er enttäuscht und traurig.

00:01:17: Hätte ich mich krank gemeldet – wer gar nichts passiert?

00:01:21: So sagte er!

00:01:24: Wir mussten ihn nicht nur einmal trösten.

00:01:29: Warum erzähle ich Ihnen das?

00:01:32: In der Losung für heute heißt es Der Herr wird Zion wieder trösten.

00:01:39: Sakharia, eins, siebzehn.

00:01:42: Der Herr wird Zion wieder drösten!

00:01:47: Siebzig Jahre Gefangenschaft sind vorbei.

00:01:51: Ein kleiner Teil der Gefangenen ist aus Babylon zurückgekehrt?

00:01:56: Sie müssen sich behaupten neben denen die in Jerusalem geblieben sind.

00:02:02: Einerseits kommen sie als Befreite aus dem Exil und freuen sich auf ihre Heimat, und andererseits müssen sie erfahren, dass sich die Heimat total verändert hat.

00:02:15: Das Buchstäblich kein Stein mehr auf dem anderen steht – und man sich vielleicht wenig oder gar nicht über Ihre Rückkehr freut!

00:02:26: Immer wieder, immer wieder dieses Auf-und-Abb, immerwieder diese Rückschläge so haben sie wohl gesagt.

00:02:37: Sonst hätte Saharya ihnen nicht sagen müssen, der Herr wird Zion wieder

00:02:44: trösten.".

00:02:48: Sie brauchten diese Zusage!

00:02:50: Sonst hätten sie die Kraft zum Aufbauen ihrer Häuser und ihres Tempels nicht gehabt – Die Kraft zum Pflanzen, zum Handel treiben, zum Kinderzeugen?

00:03:03: Immer wieder!

00:03:04: Ja immer wieder brauchen wir Trost.

00:03:08: Das war bei meinem Sohn auch so.

00:03:11: Tagelang ging das, dass wir ihm zuhörten die Situation besprochen haben und dann doch gesagt haben Es war aber gut, dass du ehrlich gewesen bist.

00:03:25: Ein halbes Jahr später gab es dann Zeugnisse.

00:03:29: Christoph erfuhr, dass sein Deutschlehrer die Sex nicht gezählt hatte.

00:03:35: Wow!

00:03:37: Haben Sie einen guten Tag?

00:03:39: Mit tatslichen Grüßen, Ihre Pfarrerin im Ruhestand Hildegard Rehnovans-Krutzmacher.

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